Draußen tanzten die ersten dicken Schneeflocken im Wind und verwandelten Hamburg in ein glitzerndes Winterwunderland. Drinnen in der gemütlichen Wohnung roch es nach Zimt, Tannengrün und frisch gebackenen Plätzchen. Für die kleine Lilly, die mit ihren 3,5 Jahren und ihren platinblonden Haaren aussah wie ein zuckersüßer kleiner Weihnachtsengel, war dies der schönste Ort der Welt. Sie durfte schon ein paar Tage vor dem großen Fest bei ihrer geliebten Hundeschwester Bella bleiben.

Lillys Mama Kristina hatte in der Vorweihnachtszeit alle Hände voll zu tun. Sie wusste ihr kleines Mädchen bei Dana und Sven in den allerbesten Händen. Dana und Sven liebten Lilly wie eine eigene Enkeltochter – auch wenn die beiden optisch viel zu jung aussahen, als dass man ihnen schon ein Enkelkind zugetraut hätte! Kennengelernt hatten Dana und Sven Kristina und Lilly durch ihren Sohn Danny. Er und Kristina waren sich einst bei der Arbeit begegnet, und aus dieser Begegnung war eine tiefe Freundschaft gewachsen. Die kleine Lilly liebte er wie eine eigene Tochter. Für alle war klar: Kristina und Lilly gehörten fest zur Familie.
Während Lilly aus dem Fenster schaute, spürte sie plötzlich einen feuchten Stupser an ihrer Hand. Sie drehte sich um und blickte in zwei treue, dunkle Hundeaugen. Bella! Die kleine Boxerhündin war inzwischen fünf Monate alt und ein echtes Energiebündel.
Dana, die gerade den Kaffeetisch deckte, musste schmunzeln, als sie die beiden sah. Sie erinnerte sich noch genau an den September, als sie und Sven die zuckersüße Hündin aus Schöningen abgeholt hatten. Die dreistündige Autofahrt nach Hamburg war ein echtes Abenteuer gewesen. Unterwegs im Wald hatte Bella ihr erstes kleines Geschäft verrichtet, und kaum in der Hamburger Wohnung angekommen, hatte der Welpe mutig die ganze Wohnung in Beschlag genommen.
Svens und Danas absolutes Highlight war der Moment, als Bella schnurstracks auf das hölzerne Schaukel-Kamel zugesteuert war und es voller Liebe abgeknutscht hatte. Was hatten sie gelacht!

Schon am nächsten Tag war Kristina mit Lilly zu Besuch gekommen. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen. Kristina hatte den Welpen überglücklich im Arm gehalten, und als Lilly sich dazugesellte, passierte es: Bella gab dem platinblonden Mädchen einen sanften Zungenkuss mitten auf die Nase! Lilly hatte vor Freude gegluckst und stolz verkündet: „Bella ist meine kleine Hundeschwester und sie hat mich lieb, weil sie mir ein Küsschen gegeben hat!“ Seit diesem Tag war Kristina offiziell Bellas Zweitmama und Patentante.

Ein witziges Ritual war den beiden Schwestern allerdings bis heute geblieben: Jedes Mal, wenn Lilly und Kristina zur Tür hereinkamen, vergaß Bella vor lauter Freude all ihre Stubenreinheit und hinterließ erst einmal einen kleinen Pipi-See im Flur. So auch an diesem Tag!
„Schon gut, ich wisch es weg!“, rief Sven lachend aus der Küche, bewaffnet mit einer Küchenrolle. Kaum war das kleine Malheur beseitigt, gab es für die beiden Wirbelwinde kein Halten mehr. Sie tobten durch das Wohnzimmer, spielten Ball und machten so viel Blödsinn, dass bei Dana und Sven kein Auge trocken blieb. Die beiden Süßen waren einfach zu niedlich zusammen.
Als es Abend wurde, legte Dana die Decke über Lilly und Bella durfte sich zu ihr auf die ausgeklappte Couch im Wohnzimmer legen, auf der später dann auch ihre Mama noch genug Platz hatte. Ein wunderbarer, friedlicher Zauber legte sich über das Zimmer. Bella, erschöpft vom vielen Toben, kuschelte sich ganz eng an Lillys Beine.

Lilly streichelte das weiche Fell ihrer Hundeschwester und flüsterte ihr ins Ohr: „Weißt du was, Bella? Das ist unser allerschönstes Wochenende, weil wir beide zusammen sein dürfen.“ Bella gab ein zufriedenes Schnaufen von sich, schloss die Augen und träumte von Schaukel-Kamelen, Schneeflocken und der ganz großen Liebe ihrer Familie.
Am 22. Dezember fuhren Sven, Dana und Lilly mit Bella nach Blankenese, weil Dana einen Verlaufskontrolltermin in der Rheumatologie hatte. Unterdessen ging Sven mit den beiden Mädels am Strand spazieren, um die Wartezeit zu überbrücken. Es dauerte nicht lange, da entdeckte Bella den weichen Sand für sich. Zu Lillys großem Vergnügen wälzte sich die kleine Boxerhündin ausgiebig hin und her, bis sie wie ein paniertes Schnitzel aussah. Nur noch ihre braunen Knopfaugen und die kleine freche Schnute waren unter der Sandschicht zu erkennen.
Lilly hielt sich vor Lachen den kleinen Bauch und rief begeistert: „Bella, du wolltest bestimmt einen Sandkuchen essen!“ Bella legte den Kopf leicht schief, schaute Lilly an und ihr Schwänzchen fing an, sich wie ein kleiner Helikopter im Kreis zu drehen.

Genau in diesem Moment kam Dana von ihrem Termin zurück und musste bei diesem fröhlichen Schauspiel sofort laut mitlachen.
Gemeinsam fuhr die kleine Familie weiter zur Rindermarkthalle, einer gemütlichen Ladenpassage, die in den historischen Hallen erbaut worden war. Dort, im großen Edeka-Markt, wollten sie alles für ein leckeres Frühstück und die nächsten Mahlzeiten einkaufen. Lilly durfte im Kindersitz des Einkaufswagens Platz nehmen. Da sie für ihr Alter ein zierliches Kind war, passte sie dort noch prima hinein und genoss die Fahrt durch die Gänge sichtlich.
Sven und Dana packten frische Brötchen, knackiges Obst, Gemüse und feinen Aufschnitt in den Wagen. An der Frischetheke entdeckte Lilly plötzlich eine ganz besondere Fleischwurst, die die Form eines kleinen Bären hatte. Diesen Teddy-Aufschnitt wünschte sie sich so sehr, dass er natürlich sofort im Einkaufswagen landete. Die nette Verkäuferin hinter der Theke lächelte den dreien entgegen und fragte freundlich: „Darf Ihre süße Tochter vielleicht eine Wiener Wurst haben?“
Dana und Sven schauten sich schmunzelnd an, nickten und sagten: „Ja, selbstverständlich, vielen Dank!“

Lilly nahm glücklich die Wurst in ihre kleine Hand, grinste über das ganze Gesicht und gluckste: „Au ja! Wir spielen jetzt einfach, dass ihr meine Mama und mein Papa seid und dass Bella meine Hundeschwester ist, hi hi hi…“ Das kleine Mädchen lachte begeistert über ihr eigenes Spiel.
Als sie den Einkauf erledigt hatten und wieder am Auto ankamen, wartete dort schon sehnsüchtig die vierbeinige Hundeschwester im kuscheligen Kofferraum. Lilly hielt stolz eine extra Hundewurst in der Hand und reichte sie Bella. „Lass sie dir schmecken, mein Schatzi“, sagte sie mit ihrer süßen, warmen Stimme. Bella nahm das Leckerli dankbar und schwanzwedelnd an. Es war zwar noch nicht das eigentliche Weihnachtsglück, denn das stand ja erst noch bevor – aber es war für alle schon ein wunderbarer, inniger Vorgeschmack darauf.

Zuhause endlich angekommen, wurde sogleich der gemütliche Frühstückstisch gedeckt. Lilly bekam stolz ihre eigene Bärchenwurst und ihre Wiener Wurst auf den Teller gelegt. Doch anstatt alles selbst aufzuessen, hielt sie die Wurststücke heimlich unter den Tisch – schließlich sollte ihre geliebte Hundeschwester Bella auch etwas von den Leckereien abhaben!
Bella ließ sich natürlich nicht zweimal bitten und schlang die verlockenden Häppchen begeistert herunter.
Leider hatte diese gut gemeinte Geste kurze Zeit später ein unschönes Nachspiel. Als Sven mit der Hündin zum Gassigehen nach draußen ging, zerriss es der armen Bella regelrecht den Magen. Das arme Tier machte draußen ein Malheur nach dem anderen und kackte sich fast die Seele aus dem Leib.
Als sie wieder in der Wohnung waren, schwante Dana sofort etwas. Sie nahm sich die kleine Lilly beiseite und fragte sie ganz sanft, ob sie Bella vielleicht etwas zu essen gegeben hätte. Lilly schaute Dana mit ihren großen himmelblauen Kulleraugen an und erzählte ihr vollkommen wahrheitsgemäß von der Wurst unter dem Tisch.
Lilly war nämlich ein sehr gut erzogenes Mädchen; ihre Mama Kristina bestand von klein auf streng darauf, dass man immer die Wahrheit sagen muss – selbst dann, wenn man mal großen Unsinn gemacht hatte.
Dana schimpfte nicht. Stattdessen streichelte sie Lilly liebevoll über die Schulter und sagte mit sanfter Stimme: „Lilly, meine Süße, ich weiß, dass du das nur ganz lieb gemeint hast. Aber die Bella verträgt unsere Menschensachen nicht gut. Deshalb bekommt sie ihr eigenes Futter. Und wenn du ihr das nächste Mal gerne ein Leckerli geben möchtest, dann komm bitte einfach zu mir oder zu Sven. Wir geben dir dann etwas, das du deiner kleinen Hundeschwester geben darfst, und dann geht es ihr auch gut damit. Okay?“

Lilly nickte eifrig mit dem Kopf. Ein erleichtertes Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie besorgt nachfragte: „Aber Bella hat dann auch kein Bauchweh mehr und ihr Popo tut auch nicht mehr weh?“
„Richtig, meine Süße“, erwiderte Dana lächelnd und drückte das platinblonde Mädchen ganz lieb an sich.
Nach der Aufregung am Vormittag machten es sich die beiden erst einmal gemütlich, um sich etwas auszuruhen. Doch die Ruhe hielt bei einem fünf Monate alten Boxerwelpen natürlich nicht lange an! Plötzlich bekam Bella ihre drolligen fünf Minuten. Wie ein besengtes Wildschwein raste sie im dreißig Quadratmeter großen Wohnzimmer im Kreis, schlitterte über den Boden und riss die Teppiche im Laufschritt halb um.
Lilly lachte ihr herzliches, silberhelles Kinderlachen, als Bella bremste und sich mit einem dicken Plumps direkt vor Lillys Füße fallen ließ.
Damit aber nicht genug: Zum absoluten Vergnügen aller kletterte Bella kurzerhand auf Lillys Schoß, setzte sich dort gemütlich hin und blickte mit hoch erhobenem Haupt direkt zur Wohnungstür. Genau in diesem Moment kam nämlich Kristina herein! Sie sah die Hündin auf dem Schoß ihrer Tochter sitzen und fing sofort an zu lachen. Bella legte den Kopf ganz schief und schaute Kristina mit einem Blick an, als wollte sie sagen:

„Was denn? Ich darf das! Ich bin schließlich noch ein Baby und Lillys Hundeschwester.“
Dana eilte lachend herbei und brachte Kristina erst einmal etwas zu essen und zu trinken. Sie hatte köstliche Spaghetti à la Bolognese gekocht. Da alle anderen schon versorgt waren, war nun Kristina an der Reihe. Während sie die Nudeln genoss, fragte sie neugierig: „Na, war Lilly brav oder hat sie etwas angestellt?“
„Sie war ganz lieb“, antwortete Dana schmunzelnd. „Aber heute Morgen hat sie es mit Bella etwas zu gut gemeint und ihr heimlich die Wiener Wurst gegeben, die sie von der netten Verkäuferin geschenkt bekommen hatte. Wir haben das aber schon geklärt. Wenn sie Bella in Zukunft etwas geben möchte, dann bekommt sie von uns Leckerlis, die Bella auch verträgt, und dann darf sie sie ihr füttern.“
„Danke, Dana“, erwiderte Kristina sichtlich erleichtert und ließ sich die Spaghetti schmecken.
Am nächsten Morgen, dem 23. Dezember, brach Kristina früh auf, um die letzten wichtigen Besorgungen für das Weihnachtsfest zu erledigen. Die beiden „Hundeschwestern“ wurden natürlich nicht voneinander getrennt und blieben glücklich zusammen in der Wohnung. Es war einfach rührend mit anzusehen, wie liebevoll die beiden miteinander umgingen.
Die kleine Lilly hatte sich für den Vormittag ein großes Projekt vorgenommen: Sie wollte ihrer kleinen Hundeschwester Bella echte Kunststücke beibringen! Mit unendlicher Geduld und ihrer süßen Stimme übte das goldige kleine Mädchen mit dem Welpen die Kommandos „Sitz!“, „Bleib!“, „Gib Pfötchen!“ und sogar ein fröhliches „Dreh dich!“.

Bella wollte ihrer großen Schwester natürlich liebend gern gefallen und gab sich deshalb alle Mühe. Besonders bei der Pfötchen-Choreografie gab die kleine Hündin alles! Lilly war so begeistert von diesem Erfolg, dass sie sofort zu Dana lief und um ein Leckerli für die kleine Maus bat. Natürlich bekam Lilly eine für Bella unwiderstehlich köstliche Kaustange.
Kaum war das Zauberwort „Leckerli“ ausgesprochen, weiteten sich Bellas Augen im selben Moment um das Doppelte. Mit einem gewaltigen Hechtsprung landete sie – zur großen Belustigung von Dana und Lilly – direkt vor deren Füßen.
„Sitz!“, sagte Lilly mit fester, aber süßer Stimme und hob dazu ihre ausgestreckte Hand. Das hatte sie sich ganz genau bei Sven abgeguckt, wenn er mit dem Hund trainierte. Und tatsächlich: Bella setzte sich wie auf Kommando blitzschnell hin! Sie schaute Lilly aus riesigen Augen an. An ihrem Mäulchen hatte sich bereits eine stattliche Sabberblase gebildet – die Kaustange war schließlich längst gewittert.
„Brav!“, sagte Lilly stolz und belohnte Bella sofort mit der Kaustange für ihre tolle Folgsamkeit. Glücklich kaute die Hündin los, und Lilly strahlte über das ganze Gesicht.
Nach dem leckeren Mittagessen waren alle pappsatt. Zum Verdauen machten sie es sich erst einmal gemeinsam auf der Couch gemütlich. Wie sollte es auch anders sein – Bella thronte im Sitzen auf ihrem Steiß direkt neben Lilly! Die Kleine amüsierte sich wieder einmal köstlich darüber. Denn Bella schaute Dana und Sven mit einem Blick an, der zwar unheimlich süß war, aber auch voller frecher Selbstverständlichkeit steckte. Es wirkte fast so, als wollte sie sagen:

„Na und? So gehört es sich schließlich für eine echte Boxer-Prinzessin, dass sie standesgemäß neben ihrer menschlichen Schwester sitzt!“
Natürlich mussten bei diesem Anblick wieder alle lauthals lachen. Bella war einfach einzigartig – sie konnte Gesichter ziehen, die an Ausdruckskraft absolut nichts vermissen ließen.
Doch die Gemütlichkeit hielt nicht lange an, denn am Nachmittag stand noch ein großes Highlight auf dem Programm: Das gemeinsame Plätzchenbacken! Dana hatte schon alles in der Küche vorbereitet, und Lilly durfte stolz beim Ausrollen und Ausstechen helfen. Was die kleine Familie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht ahnte: Dieses Backen sollte für alle Beteiligten noch ein echtes blaues Wunder bereithalten…
Endlich waren alle ausgestochen und verschwanden auf den Blechen im Ofen. Schon bald zog ein wunderbarer Duft durch die ganze Wohnung. Da nutzten Dana und Lilly die kleine Backpause, um kurz im Badezimmer zu verschwinden.

Dana reichte Lilly eine ganz besondere Toilettenpapierrolle, die mit einem feinen Zimtduft versehen war. Das kleine Mädchen hielt sich die Rolle ganz nah an ihr kleines Näschen, atmete tief ein und roch begeistert daran. Mit großen, staunenden Augen blickte sie zu Dana auf und fragte ganz ungläubig: „Darf ich das wirklich zum Abwischen benutzen?“
Dana musste über diese süße Frage herzlich lächeln, sah Lilly liebevoll an und erwiderte: „Natürlich, Spätzchen, genau dafür ist das Toilettenpapier doch gedacht! Der Zimtduft ist jetzt als kleine Weihnachtsüberraschung extra mit drauf.“
Während die beiden sich im Badezimmer über das nach Zimt duftende Toilettenpapier freuten, hatte sich das Unheil in der Küche bereits ausgebreitet. Bella hatte die unbedenkliche blaue Lebensmittelfarbe vom Tisch geschnappt und kurzerhand die ganze Tube zerbissen!
Als Dana und Lilly zurück in die Küche traten, bot sich ihnen ein Bild des blauen Wunders: Bella saß in ihrem berühmt-berüchtigten Froschsitz mitten auf dem Boden, sah blau gesprenkelt aus wie ein kleiner Schlumpf und lutschte sich mit ihrer langen Zunge selbst übers Gesicht – überall dort, wo sie eben herankam.

Anstatt mit ihr zu schimpfen, schlug Dana die Hände zusammen und sagte lachend: „Oh Bella, du weihnachtlicher Unglücksrabe, konntest du es nicht erwarten, bis wir zurückkommen?“ Im nächsten Moment lachte sie schon mit Lilly im Duett.
Genau in diesem Augenblick kam Sven nach Hause. Er betrachtete das farbenfrohe Geschehen, schüttelte schmunzelnd den Kopf und sagte: „Na Baby, hast du wieder Schweinkram gemacht?“ Dann lachte er schallend, während er sich ein feuchtes Tuch mit lauwarmem Wasser schnappte und die Hündin liebevoll säuberte.

Als Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern konnte Sven über solchen Schweinkram ohnehin nur müde lächeln. Im Anschluss schnappte er sich die Leine und ging mit der kleinen Möchtegern-Bäckerin erst einmal eine Runde Gassi.
In der Zwischenzeit waren Dana und das zauberhafte süße kleine Mädchen fleißig. Sie verzierten mehrere Backbleche mit den duftenden Plätzchen.
Als Bella und Sven schließlich vom Gassigang zurückkamen und Kristina gleich mitbrachten, sagten die Erwachsenen fast zeitgleich: „Mmh, wie gut das hier duftet!“
Lilly lächelte stolz, blickte zu ihrer Mutter auf und sagte mit strahlenden Augen: „Ja, das sind unsere Plätzchen, wir waren ganz fleißig! Mama, Dana hat gesagt, ich darf Tütchen für Oma und Papa machen.“ Sie lächelte überglücklich.
Kristina war sichtlich gerührt, sah zu ihrer Freundin und sagte leise: „Danke, Dana.“ Dann nahm sie sie ganz lieb in den Arm. Dana erwiderte die herzliche Umarmung fest und sagte von ganzem Herzen: „Nichts zu danken, meine Süße. Es macht mir einfach so großen Spaß, dass ich die Zeit mit deinem, mit unserem kleinen Engel Lilly verbringen darf.“ Und Sven, der gerade den Hundemantel weghängte, nickte Kristina nur zustimmend und glücklich zu.

Am Abend, als Lilly und Bella diesmal zusammen im Gästezimmer lagen und selig vor sich hin schnuffelten, saßen Kristina und Dana noch gemütlich beisammen. Sven hatte sich bereits von den beiden verabschiedet und sich zur Nachtruhe begeben. Er wollte am nächsten Morgen in aller Ruhe die letzten Besorgungen erledigen, da er genau wusste, dass die Mädels gerne ausschliefen und den Tag am liebsten mit einem Kaffee im Bett begannen.
Die beiden Frauen nutzten die Ruhe und verpackten die selbst gebackenen Kekse liebevoll in kleine Tütchen. Jedes davon bekam ein hübsches Schleifchen und einen künstlichen Tannenzweig mit kleinen Äpfeln und Beeren.
„Oh, da wird sich Lilly aber freuen, wenn sie das eine Tütchen ihrer Oma und das andere ihrem Vater schenken kann“, sagte Kristina mit einem Lächeln. „Nochmal lieben Dank, dass du das mit Lilly alles gemacht hast.“
„Kristina, es hat mir einen riesengroßen Spaß bereitet“, antwortete Dana gerührt. „Und du weißt, ihr seid uns jederzeit herzlich willkommen. Du und Lilly, ihr gehört einfach zu unserer Familie.“
„Ich hab dich lieb“, sagte Kristina und umarmte Dana fest.
Diese erwiderte die herzliche Umarmung und sagte: „Ich dich auch.“
Die beiden Frauen schmückten den Tannenbaum miteinander, während alle schon schliefen. Danach packten sie noch gemeinsam die restlichen Weihnachtsgeschenke ein, bis sie schließlich die Lichter löschten und sich gegenseitig mit einem leisen „Gute Nacht, schlaf schön“ in die Betten verabschiedeten. Ein tiefer, friedlicher Zauber lag über der Wohnung.

Als der nächste Morgen anbrach – der lang ersehnte Heiligabend –, wachte Dana auf. Ein herrlicher, kräftiger Kaffeeduft strömte bereits aus der Küche durch die Wohnung. Sven war also schon heimlich aufgestanden und unterwegs. Kristina kam in diesem Moment gerade aus dem Badezimmer und sagte mit einem warmen Lächeln: „Guten Morgen, meine Süße.“
Dana erwiderte ihren Gruß ebenso herzlich: „Guten Morgen, meine Süße. Ich hoffe, du hast gut geschlafen?“
„Wie ein Murmeltier!“, sagte Kristina lachend.
Dana klopfte einladend auf die leere Bettseite von Sven und sagte: „Komm, hüpf rein! Ich hole uns schnell zwei leckere Cafés au Lait, die wir dann noch in aller Ruhe genießen können, bevor unsere kleinen Hundeschwestern uns auf die Matte hüpfen.“
Lachend verschwand sie in der Küche und kam kurz darauf mit zwei großen Jumbobechern voller dampfendem Kaffee zurück. Die beiden Frauen machten es sich im Bett gemütlich, genossen die wohlige Wärme und lauschten der morgendlichen Stille. Sie wussten genau, dass diese friedlichen Minuten kostbar waren – denn sobald das zauberhafte süße kleine Mädchen und ihr vierbeiniger Wirbelwind wach wurden, war es vorbei mit der Ruhe.

Bei ihrem Café au Lait freuten sich die beiden bereits auf den bevorstehenden Heiligabend – und ganz besonders darauf, dass später auch Danny dazukommen würde. Die anderen Verwandten würden erst an den Feiertagen kommen. Sven und Dana hatten sich bewusst für einen Heiligabend im kleinen Kreis entschieden – so gehörte dieser Abend ganz den Menschen, die gerade hier waren, und natürlich den beiden kleinen Wirbelwinden.
Auf einmal hörten die beiden Frauen das vertraute Tapsen von Bellas Pfötchen auf dem Boden. Direkt an ihrer Seite kam Lilly an – mit einem verschmitzten Lächeln, das über ihr ganzes Gesicht strahlte.

„Guten Morgen! Wir sind wach und können nicht mehr schlafen. Dürfen wir jetzt die Geschenke aufmachen?“, fragte das zauberhafte süße kleine Mädchen und blickte seine Mutter und die breit grinsende Dana erwartungsvoll an. Bella sah dabei ebenso fröhlich aus wie Lilly, einfach weil sie unendlich glücklich war, dass die beiden Hundeschwestern wieder zusammen sein durften.
Kristina schmunzelte, zog ihre Tochter ein Stück zu sich heran und sagte sanft: „Lilly, du weißt doch, dass der Weihnachtsmann die Geschenke zwar schon gebracht hat – sonst würden sie ja auch nicht schon alle unter dem Tannenbaum liegen –, aber die Bescherung ist erst heute Abend. In England bekommen die Kinder sogar erst am nächsten Morgen, am ersten Weihnachtstag, ihre Geschenke!“
„Na gut“, erwiderte Lilly ganz nachsichtig, auch wenn der Blick zu den bunten Päckchen unter dem Baum ihr sicher noch ein wenig Geduld abverlangte.
Mittlerweile waren alle aufgestanden, hatten sich frisch gewaschen, angezogen und gemeinsam den Frühstückstisch gedeckt. Kristina hatte ein schönes graues Kleid mit Gürtel an und Dana ein smaragdgrünes aus Cashmere. Genau in diesem Moment öffnete sich die Wohnungstür und Sven kam mit den frischen Brötchen und den letzten Einkäufen zurück.
„Guten Morgen, meine Prinzessin!“, begrüßte er seine Frau von ganzem Herzen, nahm sie fest in den Arm und gab ihr einen lieben Kuss.

„Guten Morgen, mein Schatz“, erwiderte Dana glücklich.
Sven stellte die Einkaufstüten ab, blickte in die Runde und sagte gut gelaunt: „Ich schnapp mir mal unsere Boxer-Prinzessin und geh mit ihr eine Runde Gassi. Lilly, möchtest du mitkommen?“
„Oh ja!“, rief das zauberhafte kleine Mädchen begeistert. Das konnte sich Lilly natürlich auf keinen Fall entgehen lassen! Eifrig zog sie ihre Jacke, die Mütze und die Schuhe an. Kurz darauf machten sich alle drei – Sven, Lilly und Bella – auf den Weg nach draußen an die frische Winterluft, während der Heiligabendmorgen seinen Lauf nahm.

Nach dem leckeren Frühstück badete Kristina die kleine Lilly ausgiebig und trocknete sie liebevoll ab. Danach zog sie ihr einen gemütlichen Kuschelanzug an, in dem es sich herrlich spielen ließ. Kristina ging fest davon aus, dass sich ihre Tochter nun in aller Ruhe mit dem Puppenwagen und den Puppen beschäftigen würde. Diese hatte Dana nämlich schon vor langer Zeit extra für Lilly gekauft, damit sie bei Sven und Dana immer tolles Spielzeug hatte und Kristina sich nicht bei jedem Besuch mit schweren Taschen von zu Hause abschleppen musste.
Um kurz durchzuatmen, ging Kristina auf den Balkon, um sich in der frischen Winterluft einen Kaffee und eine Zigarette zu gönnen. Drinnen in der Küche war Dana derweil schon fleißig mit der Zubereitung des großen Weihnachtsessens zugange. Es sollte später klassische Rinderrouladen mit Rotkohl, deftiger Bratensauce, Salzkartoffeln und Knödeln geben. Für Danny, der kein Fleisch aß, bereitete Dana extra vegetarische Steaks und eine köstliche vegetarische Sauce zu.

Unterdessen hatte die kleine Lilly im Wohnzimmer mal wieder eine ganz besonders liebevolle Idee. Da Bella so neugierig zugeschaut hatte, dachte sich Lilly, dass sie sich und ihre vierbeinige Hundeschwester einmal so richtig ordentlich eincremen müsste!
Als die Erwachsenen kurz darauf das Wohnzimmer betraten, trauten sie ihren Augen kaum. Vor ihnen standen zwei weiße Gespenster. Die Creme war so dick aufgetragen, dass eigentlich nur noch Augen, Schnuten und Silhouetten verrieten, welches der beiden weißen Gespenster Lilly und welches Bella war.

„Lilly, was soll dieser Unsinn? Kann man euch denn nicht mal ein paar Minuten alleine lassen?“, fragte Kristina in einer Mischung aus komischer Verzweiflung und Schmunzeln.
Erschrocken über den strengen Tonfall fing Lilly sofort an zu weinen und vergrub ihr kleines Gesicht ganz tief in Bellas weichem Fell. Die treue Hündin hielt ganz still und drückte sich schützend an ihre kleine Schwester.
Dana nahm sich der beiden kleinen Gespenster sofort lachend an. Sie nahm die beiden süßen Gespenster sanft an die Hand, führte sie ins Badezimmer und säuberte sie mit ölhaltigen Pflegetüchern, mit denen sich der dicke Cremeüberschuss ganz wunderbar und leicht entfernen ließ.
„So, ihr beiden kleinen Unruhegeister“, sagte Dana lachend, als die Gesichter wieder zum Vorschein kamen. „Jetzt seid ihr wieder richtig schick! Ach Lilly, mein Mäuschen – man nimmt immer nur ganz, ganz wenig Creme und dann verteilt man sie schön auf der Haut. Und die Bella hat sogar eine ganz eigene Spezialcreme für ihr Näschen und ihre Pfötchen. Wenn du sie das nächste Mal eincremen möchtest, dann sag mir einfach Bescheid. Ich gebe dir die Creme und dann darfst du ihre Pfötchen einreiben, damit sie draußen vor der Kälte und dem scharfen Streusalz gut geschützt sind. Okay?“

Lilly schniefte noch einmal kurz, nickte dann aber dankbar, lächelte wieder und blickte Dana mit großen, erleichterten Augen an. Das Bauchweh wegen des Schimpfens war verflogen, und die Vorfreude auf das gemeinsame Eincremen vor dem nächsten Spaziergang war geweckt.
Am Nachmittag war der kleine Creme-Schreck schon wieder völlig vergessen. Die Aufregung stieg, als es endlich an der Tür klingelte. Pünktlich und schwer beladen mit bunten Geschenken kam Danny herein. Er zog seine Jacke und die Schuhe aus, begrüßte alle von ganzem Herzen und trug seine Mitbringsel sogleich zum Weihnachtsbaum, um sie zu den anderen Päckchen zu legen.

„Danny, Danny!“, rief die süße kleine Lilly voller Vorfreude. Sie hatte sich in der Zwischenzeit fein gemacht und trug ihr festliches Weihnachtskleidchen mit einer schicken Strumpfhose. Sie lief mit ausgestreckten Armen auf Danny zu und stürzte sich glücklich in seine Arme.
Danny hatte die Arme weit geöffnet, fing sie ab und drückte sie liebevoll an sich. „Hallo Lilly, du kleiner Weihnachtsengel! Du siehst ja zauberhaft aus – genau wie deine hübsche Mama“, sagte er mit einem herzlichen Lächeln und begrüßte auch Kristina ganz innig und freundschaftlich.

Gemeinsam versammelten sie sich am festlich gedeckten Tisch, ließen sich Rinderrouladen, Knödel und Dannys vegetarische Steaks schmecken und genossen das glückliche Beisammensein in vollen Zügen. Auch Bella bekam an diesem besonderen Abend ihr eigenes, gut verträgliches Festmahl, wie es sich für eine echte Boxer-Prinzessin gehörte.
Nach dem Essen war es dann endlich so weit: Die Bescherung begann! Natürlich durften, wie es sich gehört, die Jüngsten zuerst an die Reihe kommen. Was war das für eine riesige Freude und für ein lauter Jubel in dem bunten Auspack-Trubel! Lilly war vor lauter Glück völlig aus dem Häuschen. Dabei war es dem kleinen Engel vollkommen egal, ob sie gerade ein Geschenk für sich selbst oder für Bella öffnete. Die beiden Hundeschwestern gönnten einander jeden einzelnen ihrer Schätze und freuten sich einfach riesig füreinander.

Die Erwachsenen saßen mit feuchten Augen im Wohnzimmer und waren überglücklich, als Lilly sich später bei jedem Einzelnen mit einer herzlichen Umarmung und einem zauberhaften Lächeln bedankte. Danach lief sie zu der Hündin, schlang ihre kleinen Arme fest um deren Hals und flüsterte stolz: „Bella, meine kleine Maus, wir sind heute die glücklichsten Hundeschwestern der Welt!“

Um 22:00 Uhr hieß es dann langsam Abschied nehmen für Kristina und das niedliche kleine Mädchen. Am nächsten Morgen sollte Lilly nämlich von ihrem Vater abgeholt werden, und Kristina war am ersten Feiertag bei einer anderen Freundin eingeladen.
„Vielen lieben Dank für alles, liebe Dana und lieber Sven“, sagte Kristina von ganzem Herzen und drückte die beiden fest.
„Von Herzen gerne! Hab du ebenfalls herzlichen Dank für die schöne Zeit mit euch. Wir wünschen euch schöne und besinnliche Feiertage“, erwiderte Dana mit feuchten Augen. Auch Sven umarmte Kristina herzlich und sagte: „Kommt gut nach Hause und bis ganz bald.“ Danach streichelte er Lilly ganz liebevoll über das Köpfchen: „Tschüss Lilly, wir passen hier gut auf deine kleine Hundeschwester Bella auf.“
„Ich habe euch lieb!“, sagte das kleine Mädchen, das wie ein Engel aussah, und umarmte Sven und Dana nacheinander stürmisch.
Zum Schluss kniete sie sich auf den Boden zu ihrer geliebten vierbeinigen Schwester, schlang die Arme um sie und sagte gerührt: „Bella, meine süße kleine Hundeschwester. Ich hab dich soooo lieb! Das war das schönste Weihnachtsglück mit dir. Ich komme wieder!“

Und dann passierte etwas ganz Erstaunliches: „Wuff!“, machte Bella plötzlich. Die kleine Boxerhündin, die sonst eigentlich niemals einen Laut von sich gab, bellte ein einziges Mal ganz leise. Für alle im Raum stand fest, dass dieses kurze Wuffen genau eines heißen sollte: „Ich hab dich auch lieb, komm ganz schnell wieder, mein Schatz!“
Danny begleitete die beiden Mädels noch sicher nach unten auf die Straße, half ihnen beim Aufbruch und fuhr im Anschluss glücklich nach Hause. Zurück in der Wohnung kehrte eine tiefe, weihnachtliche Stille ein. Bella rollte sich auf der Couch zusammen, träumte von ihrer großen Schwester Lilly und dem glücklichsten Fest, das eine kleine Boxerhündin nur haben konnte.


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