Du sprachst von Liebe, groß und weit,
ein schönes Netz aus Eitelkeit.
Die Worte flossen sanft und rein,
sie sollten Trost und Zuflucht sein.
Doch als die Nacht den Tag verschlang,
war es dein Schweigen, das mir bang
die Wahrheit in die Seele schnitt –
ich ging den Weg, doch gingst nicht mit.
Was nützt der Schwur, der lauthals hallt,
wenn deine Nähe bleibt so kalt?
Ein Wort ist Wind, ein Hauch im Raum,
es baut aus Luft den schönsten Traum.
Doch Liebe ist kein bloßer Schein,
sie will gelebt, getanzt wohl sein.
Sie ist die Hand, die Tränen fängt,
und sich nicht feige wegdreht, kränkt.
Wer liebt, der lässt dich nachts nicht
wach, allein mit Kummer und Gemach.
Der macht dich nicht zur Option,
fordert für nichts den höchsten Lohn.
Du liebtest nur, dass ich war da,
doch warst mir niemals wirklich
nah. Ein Spiegel war ich deiner
Macht, bis meine Seele aufgewacht.
Nun bricht das Eis, der Blick wird klar:
Was du versprachst, war niemals wahr.
Wer nicht bereit ist, ganz zu sehn,
den muss man wohl am Ende gehn…
und reifen lassen in der Zeit.
Ich wähle meine Einsamkeit-
denn besser ohne dich allein,
als mit dir ganz verloren sein.

Dana Stella Schuhr

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