Ich hielt die Welt in meiner Hand,
aus Gold und Glas und festem Stand.
„Der wichtigste Mann“, so riefen sie laut,
ich habe uns Thron und Festung gebaut.
Doch während ich Steine auf Steine gereiht,
fraß die Stille den Rest unsrer Lebenszeit.
Die Rosen im Arm, den Wein im Glas, ich
sah nicht, wie blass sie im Schatten saß.
Ich sprach von der Ernte, vom Sieg, vom
Gewinn, doch meine Worte ergaben kein’ Sinn.
Ich schenkte ihr Zukunft in leuchtenden Farben,
während in ihr schon die Träume starben.
Ein Haus, ein Kind, ein Garten im Licht –ich
versprach ihr das Morgen, doch sah sie nicht.
Ich kaufte uns Zeit mit Schweiß und mit Gier,
jetzt steh ich am Gipfel – und verliere sie hier.
Was nützt mir der Titel, was nützt mir die
Macht, wenn der Tod in ihr leise die Rechnung
macht? Sechs Monate Rest. Ein halbes Jahr.
Was eben noch Sieg, ist nun leer und bar.
Ich wollte das Schicksal mit Zahlen bezwingen,
doch höre ich nur noch das Schweigen klingen.
Mein Stolz ist gebrochen, das Feuer ist kalt,
in der wichtigsten Stunde verliert man den Halt.
Der Wein schmeckt nach Asche, das Licht wird
nun bleich, ich bin Herr der Firma – und bettel-
arm zugleich. Ein Tumor lacht leise über mein
Ziel, ich habe gewonnen…und verlor viel zu viel!

Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar