Ein heißer Tropfen, schwer wie Blei,
rinnt mir die Wange sacht entlang.
Die Welt geht stumm an mir vorbei,
im Ohr der Sehnsucht dunkler Klang.
„Ich liebe dich“, so sprach dein Mund,
ein Wort, das wie ein Anker schien.
Doch heute klafft ein tiefer Schlund,
wo unsre Träume einst gediehen.
Ich wandre durch die Geisternacht,
der Wind peitscht mir ins Angesicht.
Was hast du aus meinem Herz gemacht?
Du spieltest nur, mehr war es nicht.
Nun bau ich Mauern, hoch und kalt,
aus Stein, der kein Vertrauen kennt.
Die Einsamkeit ist die Gestalt,
die meinen Namen leise nennt.
„Sei still, mein Herz“, so fleh ich nun,
„hör auf zu schlagen für den Mann.“
Es ist an der Zeit, im Leid zu ruhn,
damit ich endlich atmen kann.
Und kehrt er einst zu mir zurück,
mit Worten, die wie Balsam sind,
dann weiß ich: Jenes alte Glück
verwehte längst im Winterwind.
Denn was als Lächeln strahlend
scheint, ist oft nur Maske, sehr klug
gewählt, dahinter hat die Seel‘ geweint,
von stummen Schmerzen tief gequält.

Dana Stella Schuhr
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