Eure Worte sind Brücken, die nirgend-
wo hin führen, sie schließen die Fenster
und verriegeln die Türen. „Es geht doch
vorbei“, sagt ihr leichtfertig laut…
während ihr Mauern aus Ratschlägen
baut. Jeder „kluge“ Satz ist ein Stein
mehr im Wall, ich höre nur noch mein
eigenes Echo im Schall.
Ihr predigt das Tempo, den glänzenden…
Sprint, doch merkt nicht, wie sehr ich im
Stillstand erblind’. „Denk positiv!“, ruft ihr
vom sicheren Ufer herüber, doch die Flut…
meiner Trauer wird davon nicht trüber.
In eurem Optimierungs- Wahn bin ich
ein Störfall, ein Fleck, man wischt mich
mit Phrasen und Floskeln einfach weg.
Ich stehe inmitten von euch, und bin
doch allein, denn mein Schmerz darf
in eurer Welt einfach nicht sein. Ihr
wollt nicht verstehen, ihr wollt nur…
dass ich funktioniere, dass ich mich
im Labyrinth eurer „Rezepte“ verliere.
Doch Trost, der belehrt, ist wie Brot
aus Papier, er sättigt mich nicht…
er entfernt euch von mir. Ihr reicht
mir die Landkarte zeigt mir das Ziel,
doch dass ich nicht gehen kann, ist
euch zu viel. Eure Nähe ist Kälte…
ein steriler Betrug, von den so „gut
gemeinten“ …Worten hab ich längst
schon genug. Ein wertvoller Mensch
braucht kein Skript, kein Konzept…
er bleibt einfach sitzen, wenn das
Glück mich verlässt. Er hält meine
Hand in der lautlosen Nacht, und
gibt auf die Stille…
nicht auf Antworten acht. Denn
wahrhaftig zu sein heißt: Das
Dunkle zu teilen, statt einsam im
Licht der Vernunft zu verweilen.

Dana Stella Schuhr
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