Die Geometrie der Seelen

2 Minuten

Wir sprachen einst von Weite und von Raum,A
als wär das „Nah-Sein“ bloß ein kühnes Wort.
Nun trennt uns mehr als Meer und Klippen-
schaum: Zwei Leben binden uns an fremdem Ort.

Der Tag verlangt die Pflicht, das kühle Schweigen,
wo Pflichten uns in fremde Ketten fegen.
Doch wenn die Schatten sich zur Erde neigen,
darf sich die Wahrheit in die Kissen legen.

Ein Hauch am Ohr, getragen durch das All,
ein letztes Wort, bevor die Stimme bricht.
Das Auflegen – ein schwerer, stummer Fall,
zurück bleibt Tränennetz im fahlen Licht.

Wir trösten uns im flehentlichen Wissen, dass
diese Welt nur das Gefängnis baut. Vom Tag
verbannt, vom fremden Recht zerrissen,
wird uns die Nacht im Traum heraufbeschwört.

Dort, wo die Chronos-Uhr den Takt verliert,
gibt es kein Band, das uns die Freiheit raubt.
Wo Geist den Geist im Äther sanft berührt,
und keine Schuld den reinen Glauben staubt.

Wir sind im Wachen Fremde, fest gekettet,
einander nah nur im gehauchten Schmerz.
Doch wenn der Schlaf uns in die Tiefe rettet,
Schlägt für den Augenblick ein einz’ges Herz.

Doch keine Mauer steht für alle Zeiten,
und kein Gesetz verbietet diesen Fluss.
Wir lernen, durch die Dunkelheit zu gleiten,
weil jede Nacht im Licht erwachen muss.

Die Liebe, die uns im Geheimen nährt,
ist keine Sünde, die im Schatten stirbt.
Sie ist das Feuer, das den Tag verzehrt
und sich die Freiheit für die Zukunft wirbt.

So warten wir, bis sich die Kreise schließen,
und tragen stolz das unsichtbare Band. Bis
Träume sich in die Poesie ergießen und
Wahrheit wird, was man im Traum erfand.

Es bleibt das Wissen tief in uns gewebt:
Wer so intensiv durch die Ferne brennt,
hat nicht umsonst in dieser Welt gelebt,
weil keine Grenze unsere Seelen trennt.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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