Ich scheue nicht den Weg zu jenen Seelen,
die einst zerbrachen, was mir heilig war.
Nicht Rache treibt mich an, mich zu erhellen,
es ist mein Licht, das leuchtet still und klar.
Sie sind gefangen noch in ihren Schatten,
und jeder Blick von ihnen, jedes Wort,
erinnert sie an das, was sie verleugnet hatten:
Die Wahrheit brennt an diesem stummen Ort.
Sie schlugen Wunden, tief in meine Tage,
doch schenkten sie mir Licht, ganz ungewollt.
Aus ihrer Kälte wuchs, was ich nun trage:
Ein warmes Herz, das keine Wut mehr grollt.
Aus dem Verrat erwuchs mir treues Leben,
ich fand zu mir, nach schwerer, dunkler Nacht.
Wie Sonnenstrahlen, die durch Wolken streben,
hat sich ein tiefer Friede aufgemacht.
Ist es ein Wunder, das mich sanft berührte?
Als läge Gottes Segen auf der Brust,
da eine stille Hand mich vorwärts führte,
weit weg von Angst und bitterem Verlust.
Ich bin nach all den Stürmen nicht zerbrochen,
ich stand im Wind und bin nun gänzlich neu.
Das Urteil der Vergangenheit gesprochen,
bleib ich mir selbst im Spiegel endlich treu.
Ich sehe Narben, doch ich sehe Stärke,
ich sah das Dunkel und fand hellen Schein.
Das ist das Größte aller Wunderwerke:
Verloren ging, was niemals sollte sein.
Ihr Schweigen flüstert mir von meiner Macht,
ihr Schatten wirft auf mein Bestehen Licht.
Ich gehe meinen Weg durch diese Nacht,
doch für den Stolz der Rache geh ich nicht.
Ich geh, um mich daran zu erinnern,
dass jeder Bruch ein neues Leuchten weckt.
Der größte Segen wohnt in meinem Innern,
wo sich das wahre Selbst im Licht versteckt.

Dana Stella Schuhr

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