Ich frage mich, wohin die Pfade gleiten,
und welcher Ort am Ende auf mich wartet.
Wer kann das Beben meiner Seele deuten,
wenn jeder Tag in tiefem Zorn entartet?
Ein grauer Schleier legte sich auf alles,
die Trauer blieb und wurde zum Bestand.
Ich bin die Zeugin meines eignen Falles,
verloren in dem aschefarb’nen Land.
Und sah ich einst ein Leuchten in der Ferne,
so warst es du, der mir das Licht entwand.
Du nahmst die Farben, löschtest alle Sterne
und branntest neue Narben mir ins Fleisch.
Nun steh ich auf in dieser stillen Leere, die
Frage bleibt, das Ziel ist nicht in Sicht. Wiegt
auch die Welt mit bleierner Beschwere, so
such ich doch – noch immer – nach dem Licht.
Ich ziehe einen Strich durch deine Schatten,
und weig’re mich, dir weiter Raum zu leih’n.
Was wir an Glanz und Buntheit einst besattten,
soll nicht mehr Grund für meine Fesseln sein.
Ich nehm’ die Scherben meiner eig’nen
Farben aus deiner Hand – und lass dich
nun zurück. Solltest du zurückzukommen
wagen, wird es für dich kein großes Glück.
Vielleicht führt dieser Weg durch kahle
Gassen, doch hinterm Grau erahnt man
schon das Blau. Ich lerne, diesen Schmerz
nun endlich loszulassen wie Sonnenlicht…
den ersten Morgentau. Noch ist es blass,
doch jeder Schritt nach vorne malt erste
Tupfen in mein Lebensbild. Ich werde die
Freude wieder finden und mein Herz wird…
sich auch wieder erholen. Du aber bleib wo
du bist und vor allem: mir gestohlen. Denn
alles was wir mal gewesen sind, ist mit dem
Wind davongeflogen. Wie hast du mich belogen!

Dana Stella Schuhr
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