Ein Echo fordert laut Gehör, doch
schweigt die Quelle, die es rief. Du
schiltst sie „schwierig“ und „destruktiv“,
als ob ihr Schmerz ein Zufall wär’.
Du nennst sie „toxisch“, weil sie bricht,
wenn tiefe Kälte sie umschließt.
Weil sie die Tränen nicht mehr gießt,
die du verleugnest im Gericht.
Die Seele wird nicht grundlos taub, sie
zieht sich in den Schattenraum, wenn
Achtsamkeit zerbricht wie Schaum
und Zuversicht zerfällt zu Staub.
Ihr Rückzug ist kein blinder Krieg,
es ist die Notwehr vor dem Stummen.
Wo Worte hilflos nur verstummen,
wird Distanz zum letzten Sieg.
Du suchst die Schuld in ihrer Wut,
projektierst blind dein eignes Versagen,
um dich der Wahrheit nicht zu fragen:
Was tatest du, das ihr so wehtut?
Wer blind die eigne Schuld verneint,
und nur den Spiegel wütend schlägt,
der spürt nicht, was sie tief bewegt –
und bleibt mit sich im Trug vereint.
Sie fordert kein perfektes Sein,
nur dass du dich der Wahrheit stellst.
Dass du sie hältst, statt sie zerschellst –
gesehen, wertvoll, nicht allein.
Doch wo der Stolz die Waffen senkt,
und Reue bricht das harte Eis,
beginnt ein neuer, stiller Kreis,
der Heilung und Vergebung schenkt.
Wenn Blick dem Blick im Schutz begegnet,
und eigne Schuld nicht länger flieht,
wird aus dem Schmerz, der uns um-
zieht, ein Neubeginn, der beide segnet.

Dana Stella Schuhr

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