Es schlägt das Pendel in der linken Brust,
belebt von neuer, ungezähmter Kraft.
Es flieht der Schatten namenloser Lust,
die sonst nur Schwere in der Seele schafft.
Der alte Gram, der stumm das Herz belagert,
weicht einem Licht, das durch die Dämmerung
bricht, und was im Innern schmerzvoll ein –
gefasst, verliert im Augenblick sein Tongewicht.
Wo gestern noch der trübe Kummer saß,
zieht nun ein feiner, reiner Keim einher.
Die Hoffnung misst das Dasein ohne Maß,
sie flutet auf wie ein entfesselt Meer.
Ein wilder Strom, aus Tiefen heraufgestiegen,
der jede Enge bricht und hell verheißt,
dass wir im Sturm der Welt nicht unterliegen,
wenn uns ein Funke Euphorie speist.
Wie lang beging ich jene dunkle Bahn, da
du mir fern warst, o du helles Licht? Du
brichst der Sorgen grauen, starren Wahn,
der den Verstand in Ketten legt und flicht.
Nun steh ich aufrecht, blicke in die Weite,
der Geist entflieht dem engen, dunklen Tor.
Ich schließe dich, die Kraft an meiner Seite,
nie wieder aus dem inneren Raum empor.
Ich schaue dich, mein Gegenüber, an,
ein Zelt der Ruhe im Phänomen der Zeit.
Darin verlischt, was uns im Kreis begann,
es schwindet jede alte Bitterkeit.
Wir sind die Welt, das Zentrum aller Fragen,
kein Zwang von außen drückt uns mehr her-
ab. Was wir im Geiste füreinander tragen,
gibt uns die Wahl, die uns der Schöpfer gab.
Nun zähle ich die Schritte in das All,
nur drei Momente braucht der Geist zur Ruh:
Eins, zwei und drei – es schwindet jeder Fall,
das Gestern weicht, und frei bin ich und du.
Denn Freiheit ist das Sein im eignen Willen,
kein blindes Tun, das fremdem Nutzen gleicht.
Sie wohnt im Schweigen, in des Herzens Stillen,
wo keine Pflicht die freie Seele beugt.

Dana Stella Schuhr

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