Ich suche keinen Glanz, kein fehlerloses Bild,
das starr in seiner kalten Makellosigkeit verweilt. Perfektion verlangt, was keine Seele stillt, und
maskiert den Schmerz, der uns im Inneren ereilt.
Ich suche Risse, sanft und wunderbar,
ein „positiv kaputt“, das atmet und versteht,
das mit mir lacht, bis uns der Bauch tut weh,
und ehrlich durch die dunklen Stunden geht.
Ruf mich an, wenn dich die Nacht bezwingt,
weil deine Sehnsucht nach mein’m Lächeln
ruft. Ich will kein Dauerglück, das falsch
erklingt, kein süßes Spiel in einer sterilen Luft.
Gib mir den Streit, den Sturm, das laute Wort,
denn Reibung zeigt uns, wer wir wirklich sind.
Und nach dem Donner bricht das Schweigen
fort, wenn uns die Arme neu und fest umringen.
Dreh dich noch einmal um, wenn du dann gehst,
egal wie schwer das Abschiedswort uns fiel.
Ich will, dass du mich auch im Fortsein siehst,
denn Gleichgültigkeit zerstört das Lebensspiel.
Ich schenke viel, mein Herz schlägt ohne Schutz,
und bin bereit, den größeren Teil zu tragen.
Doch ohne Echo wird die Liebe Schmutz –
ein leerer Raum, in dem wir still verzagen.
Hol mich vom Alltag ab, wenn er mich bricht,
erzähl von dir, massier den Frust mir fort.
Ich brauche deine Hand, dein sanftes Licht,
wenn mir die Worte fehlen für den Ort.
Lass uns im Dunkeln Filme sehn und spüren,
dass Fleisch und Blut die Träume Wahrheit
nennen. Ich will dich halten, deine Haut berühren,
und mich im Wir nicht mehr vom Ich ge-trennen.
Trockne die Träne, die mir leise fließt,
beschütze mich, wie ich dich schützen will.
Fahr zu mir, wenn der Regen dich vergießt,
ich mach mich gern zum Narren, mach dich still.
Lass uns verstehen, tief im Seelengrund,
gemeinsam weinen, lachen, fehlbar sein.
Erst in der Wunde wird die Liebe rund –
bedingungslos, verletzlich, echt und rein.
Lass uns immer ehrlich zueinander sein,
weil unser Herz die Wahrheit kennt, dann
wird es nichts und niemanden geben,
der unser beider Herzen trennt.
Gib mir die Chance, dass ich dich wirklich
sehe und dich ganz verstehe, weil unsre
Freiheit uns denselben Herzschlag schenkt.
Zwei freie Wesen, die sich glücklich wählen…
Die sich bereichern, statt sich zu verzehren,
die sich die Wahrheit ihrer Tiefe erzählen,
und sich im Stolz des Anderen verehren.
Ich fahre zu dir mitten in dem Schweigen…
der tiefsten Nacht, wenn dich der Mut
verlässt. Ich will mich als der größte Narr
dir zeigen, wenn es dein schweres Herz
von Sorgen presst. Ich will dein Lächeln…
will dich weinen sehen. Die nackte Wahr-
heit, ohne Schutz und Schein. Bedingungs-
los will ich den Weg dir gehen –denn wer
der Richtige ist, liebt grenzenlos allein.

Dana Stella Schuhr

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