Das Phantom

Ein Bildschirm nur, ein helles Licht,
doch das Gesicht, das sieht man nicht.
Man baut aus Zeilen sich ein Schloss,
reitet blind auf dem Gedanken-Ross.

Die Stimme fehlt, der Blick, der Geist,
man weiß nicht, was es wirklich heißt.
Ein Herz aus Pixeln, schnell geschenkt,
hat manch Gefühl schon falsch gelenkt.

Und selbst wenn Bild und Ton erscheinen,
wenn Lippen scheinbar Wahrheit meinen,
bleibt doch die Skepsis oft zurück, denn
Technik fälscht gerne das größte Glück.

Ein Videoanruf, ein Lachen, ein nettes Wort,
tragen das Misstrauen dennoch nicht fort.
Denn wer will, der spielt seine Rolle perfekt,
während sich dahinter das Grauen versteckt.

Wo dann keine Nähe greifbar ist,
man schnell das wahre Ich vergisst.
Am Ende bleibt vom schönen Schein
man oft mit seinem Schmerz allein.

Man sucht den Sinn in jedem Wort,
und trägt die Hoffnung weit mit fort.
Doch wer nur schreibt und sich nie
zeigt, der oft zur leeren Hülle neigt.

Es tut so weh, wenn Träume brechen,
weil Zeichen nicht so wie Menschen
sprechen..Doch schau genau im Spiegel
nach: Dein eigenes Herz ist noch nicht…

schwach. Lass das Phantom im Netz
verschwinden, um echte Nähe neu zu
finden. Denn wer dich wirklich will
versteh’n, wird neben dir im Leben…

steh’n. Du ziehst den Schlussstrich,
klar und rein, lässt das Phantom nun
hinter dir. Es sollte wohl ein Spiegel
sein, doch keine Zukunft, jetzt und hier

Der Schmerz ist groß, die Täuschung
schwer, doch nimm die Lehre mit ans
Licht: Glaub nicht den Worten ohne
Gewähr, wenn Taten fehlen als Gewicht.

Du weißt nun, was dein Herz begehrt,
und was nur eine bunte Maske war.
Du bist dir selbst viel mehr nun wert,
der Blick wird endlich wieder klar.

Sogar das Antlitz wird zur Falle, gezeigt
mit Kalkül und falschem Glanz.
Es war nur Spiel für jene Kralle,
ein grausam kalter Maskentanz.

Man schenkt Vertrauen, weil man ihn
sieht, doch hinterm Lächeln wohnt die
List. Ein Mensch, der vor der Wahrheit
flieht und nur ein Dieb der Herzen ist.

Doch wer so spielt mit fremdem Leid,
der bleibt am Ende selbst nur leer.
Du hast aus dieser Dunkelheit nun
Kraft und Wissen – und viel mehr.

Dein Lächeln war nur Maskerade,
ein fieser Köder, ausgelegt mit List.
Es ist um jede Träne schade, die
man für so viel Falschheit gießt.

Du spielst mit Seelen zum Vergnügen,
doch bleibst du selbst dabei nur klein.
Wer lebt in einem Netz aus Lügen,
wird innerlich stets einsam sein.

Ich nehm die Maske dir vom Bunde,
und lass dich nun im Leeren stehn.
Das Gift heilt aus in dieser Stunde,
ich kann jetzt ohne Schatten gehn.

Dana Stella Schuhr

Beitrag teilen
Avatar von Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert