Tränen bitter

Ein goldner Tag am stillen See,
wir saßen selig im Gras. Dort
fraß ein Reh vom jungen Klee,
bis es die Welt um sich vergaß.

Dein Lachen fing das Dämmerlicht,
trieb sanft die Abendstund’ davon.
An jenem Ort der Zuversicht gab
es für Schmerz noch keinen Ton.

Ich seufze kurz, und stell es fort, das
Bild aus alter Seligkeit. An jenem
längst verblassten Ort schmeckt
Tränengift nach Einsamkeit.

Sie fließen heiß und suchen hier
noch immer nach dem Geschmack
von dir. So sehr ich dich auch noch
vermiss, diese Trennung ist gewiss!

Ich bin im Stolpern nun so weit,
dass es wie Tanz dem Blick erscheint.
Ich schreite durch die Einsamkeit,
mit jedem Fehltritt tief vereint.

Der Takt der Stille schlägt nun laut,
ich drehe mich im leeren Raum.
Was einst auf Zuversicht gebaut,
zerfließt wie Nebel, blasser Traum.

Doch in dem Schritt, der haltlos scheint,
liegt eine Kraft, die still verneint, dass
nur das Glück uns führt ans Licht –
auch Schatten meidet Liebe nicht.

Dana Stella Schuhr

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