Wer fest vertraut, braucht keine harten Bande,
er lässt die Seele weit und flügelschwer.
Die Liebe blüht an keinem Zwangsgestande,
sie kommt und geht wie Ebbe und das Meer.
Es braucht den Mut, im Schweigen zu verweilen,
dem Werden glauben, das im Stillen ruht.
Wer hastig greift, will nur zum Ziele eilen,
wer loslässt, findet in sich neue Glut.
Vertrauen ist der Boden, der uns trägt,
wenn Angst und Eifersucht die Sicht trübt.
Es ist die Kraft, die sanft das Herz bewegt,
wo man die Freiheit, nicht den Zwang nur übt.
Denn nur das Herz, das ohne Furcht darf gehen,
kehrt immer wieder gern zu dir zurück.
Im Lassen wirst du erst das Wunder sehen:
Vertrauen ist die Brücke hin zum Glück.
Ein stummes Band verbindet zwei Gestalten,
das ohne Worte tiefe Wahrheit spricht.
Man kann den Wind in Händen nicht behalten,
doch trägt er uns empor ins helle Licht.
Die Eifersucht baut Mauern aus den Sorgen,
sie sperrt den Vogel in den Käfig ein. Doch
wer vertraut, der schläft in Gott geborgen
und lässt den andern einfach völlig sein.
Der Stern am Himmel ist nur dem erreichbar,
der nicht nach ihm mit wilden Händen schlägt.
Die Stille wird im Herzen unvergleichbar,
wenn man die Hoffnung sanft im Innern trägt.
So schließt sich nun der Kreis der freien Seelen,
die ohne Fesseln fest zusammen stehn. Sie
müssen nicht den Weg des Zwanges wählen,
weil sie im Andern stets das Wunder sehn.

Stella Schuhr ⭐

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