Von heute auf morgen laut

1 Minute

Es bricht die Stille wie ein Donnerhall,
du stehst im Raum, der plötzlich einsam
schweigt. Dein Ego sucht den Fehler im Metall,
das blind den Finger auf ein Phantom zeigt.

„Du hast ’nen Anderen!“ – so straft dein Wort,
weil Eifersucht den Schmerz mit Wut kaschiert.
Doch kein Rivale trieb sie von dir fort,
sie ging, weil sie sich selbst bei dir verliert.

Du hörtest nicht, was ihre Seele sprach,
die leisen Bitten, die im Wind verwehten.
Du sahst nicht, wie ihr Mut am Alltag brach,
beim stummen Flehen in den Abendgebeten.

War es zu viel verlangt, ein kurzes: „Bleib“?
Ein Blick, der sagt: „Ich sehe deine Not“?
Du nahmst den Geist und ließest nur den
Leib,bis jede Glut in ihrem Herz erfror.

Sie flieht nicht in ein fremdes, neues Bett,
sie rettet sich aus deiner kalten Welt.
Weil sie sich selbst zu lang verleugnet hätt’,
bricht sie das Band, das sie gefangen hält.

Es wird sich wiederholen, Jahr für Jahr, wenn
du den Raum nicht schenkst, den sie vermisst.
Wenn du nicht Hüter bist für das, was war,
und deine Pflicht als Schützer ganz vergisst.

Gleich einer Blume, die nach Wasser schreit,
so braucht die Frau der Pflege sanfte Hand.
Versagst du ihr die Aufmerksamkeit,
verdorrt die Wurzel im verlass’nen Land.

Und wenn sie welkt und du im Schatten
stehst, wird bald ein and’rer Gärtner vor ihr
knien. Er gießt die Erde, die du nie gepflegt,
und lässt sie schöner, als sie war, erblüh’n.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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