Wenn ihr Blick nun deinen fängt,
so hell und klar wie Sommermond,
dann wünsche ich mir, dass sie dir
schenkt, was tief in deiner Seele wohnt.
Vergiss mein Sehnen, das verblasst,
wird klein wenn du in ihr dein Spiegel-
bild hast. Wo ihre Hand die deine sucht,
schmiegt sich die Form vollkommen ein.
Mein leiser Rückzug bricht die Flucht –
es soll für dich das Ganze sein. Ihr
zarter Griff hält deine Welt, die mich
nun nicht mehr gefangen hält.
Wenn ihre Stimme dich berührt
wie sanfter Wind im frühen Jahr,
und dich in neue Welten führt,
die ich dir schuldig geblieben war…
dann lausche ihr und schließe die Augen,
um ganz an euer Glück zu glauben.
Und küsst sie dich im Abendlicht,
so wild und frei, wie ich nie wagte…
dann suche meine Spuren nicht,
vergiss, was ich dir damals sagte.
Trink ihren Atem, leb den Traum,
lass mir den fernen, stillen Raum.
Geht ihr gemeinsam durch die Nacht
und baut ein Haus aus Mut und Licht,
hab ich mein Herz dir dargebracht
und fordere deine Treue nicht.
Ihr Lachen sei dein neues Lied,
das schwerelos durchs Leben zieht.
Teilt sie mit dir das große Glück, so
liebe sie ohn‘ Reu‘ und Schweigen.
Blick niemals mehr zu mir zurück,
lass eure Herzen sich verzweigen.
Sei ganz bei ihr, im Hier und Jetzt,
wo kein Verlust die Liebe verletzt.
Denn wahre Liebe fordert nicht…
sie lässt dich gehen, frei und weit.
Sie wünscht dir Wärme, Trost und
Licht und segnet deine neue Zeit.
Mein Stolz verfliegt, der Schmerz
verblasst, weil du dein Glück gefunden
hast. Und zieht der Herbst ins Leben
ein, bricht eure Welt an trüben Tagen…
musst du nicht bang und einsam sein –
ich werde dich durch Stürme tragen.
Kein Groll bleibt zurück, kein stummer
Schrei, in meiner Nähe bist du frei.
Mein Hafen bleibt für dich bereit,
nicht als Verlust, nicht aus Pflicht.
Ich schenke dir Geborgenheit und
weise deine Fehler nicht.
Was uns verband, bleibt gut und
rein, ich blicke ohne Groll zurück.
Ich werde stets dein Frieden sein
und wünsche dir das größte Glück.

Dana Stella Schuhr

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