Ich liebte deine Worte sehr,
sie brachten Licht in meine Nacht.
Nun wiegt mein Herz so bang und
schwer, das einst vor Freude hat gelacht.
Ich las das Bild, das ich mir schuf,
in deine Zeilen blind hinein.
Es war des eignen Schattens Ruf,
im Du die Rettung zu erseh’n.
Ich lese, was dein Brief mir bringt,
und küsse jede Zeile sacht,
bis stumm ein kalter Ton erklingt,
der alle Hoffnung jäh zerbrach.
Es bricht das Spiegelbild entzwei,
das mein Begehren farbig malt.
Die Täuschung geht nun jäh vorbei,
die schmerzhaft aus dem Blatte strahlt.
Ich hasse deine Worte nun, zerreiße
sie im tiefen Schmerz. Die Sehnsucht
will und kann nicht ruhn, jedoch
wie grausam spielt ein falscher Scherz.
Das Ego tobt in blinder Wut,
weil das Idol vom Sockel fällt.
Der Hass ist nur des Schmerzes .
Glut,der meine Einsamkeit erhellt.
Ein Mann, der sorglos Scherze treibt, hat’s
sicher nicht so bös gemeint. Doch mancher
allzu leichte Scherz trifft die Liebste tief ins
Herz, sodass sie bittere Tränen weint.
Er ahnte nicht, was er entfacht,
da er sein eignes Selbst kaum kennt.
Das Kind in mir ist nun erwacht,
das tief im alten Trauma brennt.
Wir suchten in des andern Blick
nur die Bestätigung vom Ich.
Die Sehnsucht kehrt zu mir zurück,
der Traum vom Wir war trügerisch.
Der Schmerz deckt die Neurose auf,
die mich an deine Worte band.
Nun nimmt das Schicksal seinen Lauf:
Ich find‘ zu mir – durch deine Hand.
Ich füg‘ mich in des Schicksals Lauf,
seh‘ hin mit wachem, klar’n Verstand.
Die Täuschung löst sich leise auf,
doch mit ihr auch das Liebesband.

Dana Stella Schuhr

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