Sie trägt die Welt auf ihren schmalen
Schultern, schon so lang, seit früher Zeit.
Lernt’ zu stehn auf kalten Trümmern,
stets zum nächsten Kampf bereit.
Denn wenn sie fiel, war niemand
da, der ihre Last im Fallen sah. Sie
funktioniert, sie hält zusammen, was
längst schon aus den Fugen bricht.
In ihrem Innern lodern Flammen, doch
laut zu schreien wagt sie nicht. Sie
bleibt im Kopf, plant und optimiert,
damit das Leben gut funktioniert.
Doch unter all der klugen Kraft,
der Maske, die so perfekt sitzt,
ist sie der Stärke längst verhaft’,
von Müdigkeit bis ins Mark geritzt.
Sie sehnt sich nur nach einem Ort,
ohne „Müssen“, ohne stolzes Wort.
Erst wenn die Angst der Sicherheit
weicht, fällt die Rüstung schwer zu Boden.
Wenn das Herz die Ruhe endlich reicht,
verstummen all die lauten Methoden.
Dann wird sie weich, ein stilles Licht, mehr
als „nur menschlich sein,“ braucht sie nicht!

Dana Stella Schuhr

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