Um frei zu sein, Schritt für Schritt, gehe ich
den Weg, den niemand mit mir misst. Ich
streife einen Mantel nach dem anderen ab,
bevor ich mich im Netz der Anderen vergab.
Den Mantel der Schwäche, der Unzulänglich-
keit, den Mantel der Angst um die Sicherheit.
Die alten Wunden, die man mir schlug,
und jener Schmerz, den ich selbst in mir trug…
weil ich mir Fehler der Vergangenheit
noch immer nicht verzieh im Lauf der Zeit.
Weg mit den Sätzen, vergilbt und alt:„Das
gehört sich nicht“, „Bleib ohne Gestalt“.
„Zeig dich nicht“, „Du bist nicht viel wert“ –
Phrasen, die das Leben nur beschwert. Erziehungsfloskeln, gut gemeint und klein,
sie sollten Fesseln, keine Stütze sein.
Ich werfe die Erwartungen nun fort,
an mich, an andere, an jeden Ort. Die
Täuschungen, an die ich einst geglaubt,
haben mir viel zu lange Kraft geraubt.
Kommt dir das alles nicht bekannt vor?
Befreie dich, öffne das eigene Tor! Denn
Freiheit fühlt sich an wie Leichtigkeit, ein
Geschenk des Universums, groß und weit.
Ich nehme mir das Recht, zu tun und zu
sein, zu denken, zu fühlen – ganz für mich
allein. Nicht so, wie andere mich gerne
hätten, ich sprenge die unsichtbaren Ketten.
Man greift mich an für Filter und Schein, mit
über sechzig Jahren darf das nicht sein? Man
tuschelt, man urteilt, man lacht –doch ich
habe mich von den Meinungen freigemacht.
Was andere denken, definiert mich nicht,
es ist nur ihr Blick, nicht mein wahres Licht.
Hier steht sie nun, die ungeschminkte
Wahrheit, in voller Absicht und in Klarheit.
Natürlich wähle ich die Schokoseite aus,
wer geht schon gern verletzt und bloß aus
dem Haus? Ich zeige mich vorteilhaft, so wie
ich mag –frei, stolz und glücklich, Tag für Tag.

Dana Stella Schuhr

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