Einst waren wir eins, ein leuchtendes Ganzes,
verbunden im Rhythmus des ewigen Tanzes.
Kein Mangel, kein Sehnen, kein einsamer Schmerz,
ein einziger Schlag war das menschliche Herz.
Doch Zeus, voller Zorn über menschliches Streben, zerteilte das Glück und das einige Leben. Er schuf
aus dem Ganzen zwei einsame Teile, getrennt
durch das Schicksal, auf Suche nach Weile.
Seit jener Sekunde, seit jenem Gericht, irren
wir heimatlos durch das Licht. Wir fühlen uns unvollständig, fröstelnd und leer, und suchen
im Anderen das verlorene Meer.
Wir wandern durch Tage, oft launisch und kühl,
getrieben von einem verblassten Gefühl. Denn
tief in der Seele, da brennt noch das Licht
der anderen Hälfte, die Antwort verspricht.
Nur wenigen ist es auf Erden gegeben, das
fehlende Stück wieder einzubewegen. Wenn
Seelen sich finden und endlich verstehen: Wir
sind wieder eins – und das Suchen darf gehen.

Dana Stella Schuhr

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