Asche im Wind

Ich bin für dich nur ein beschriebenes Blatt,
das keine Stimme und keine Bedeutung mehr
hat. Du liest meine Worte wie flüchtigen Sand,
der lautlos zerrinnt in deiner kühlen Hand.

Gelöscht und vergessen, im Winde verweht,
als hätt’ ich die Sprache der Liebe entstellt.
Doch tief in dem Echo, das in dir noch bebt,
bleibt etwas zurück, das im Dunkeln noch lebt.

Du suchst nun ein Blatt, das noch makellos weiß,
und zahlst für den neuen Glanz jeden Preis.
Ich liege am Boden, ein Schatten im Licht, doch
Tränen und Sehnsucht, sie rühren dich nicht.

Was für dich nur ein Wort war, war für mich
die Welt, ein Kartenhaus, das nun lautlos
zerfällt. Ich halte die Feder ein letztes Mal
fest, bevor mich die Kälte im Innern verlässt.

Ich zünde das Papier an, das Herzblut und
Pein, die Flammen fressen den letzten Schein.
Das helle Lodern, das einst uns gehört, wird
nun zu Asche, vom Schweigen zerstört.

Ich schaue den Flocken beim Tanzen noch zu,
sie finden im Dunkeln die ewige Ruh’. Denn
manche Menschen, so lehrt mich der Schmerz,
verglühen im Leben – und bleiben nur Herz.

Dana Stella Schuhr

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