Wenn ein Mensch still wird (Gedicht)

1 Minute

Du sitzt am Tisch, das Herz voll Worten,
willst teilen, was du heut erlebt.
An diesen ganz normalen Orten,
wo sich die Stimme laut belebt.

Du fängst gerade an zu sprechen,
da bricht ein andrer mittenrein.
Du lässt dir deine Zeilen brechen
und wartest höflich ganz allein.

Ein zweiter Anlauf wird gewagt,
doch wieder dreht das Reden ab.
Was du im Innern hast beklagt,
sinkt ungehört ins Stumme ab.

Ein mattes Lächeln auf den Lippen,
du winkst nur ab: Es war nicht wichtig.
Während die Worte stumm zersplittern,
wird das Gefühl im Herzen gewichtig.

Es schmerzt dich nicht das Wort im Wort,
das dich so jäh im Satz bezwingt.
Es schmerzt, dass niemand an dem Ort
bemerkt, wie dein Erzählen verklingt.

Und irgendwann bricht jene Zeit an,
da bleibt die eigene Geschichte fort.
Weil man das Kämpfen leid ist dann,
um Aufmerksamkeit an jenem Ort.

Dann fragt man dich mit leisem Staunen:
Warum erzählst du kaum noch was?
Du denkst zurück an jenes Raunen,
das deine Stimme ganz oft auffraß.

Man schweigt nicht, weil man leer im Geist,
man schweigt, weil niemand lauschen mag.
Wer so dem Andren Raum erweist,
der schenkt dem Wort erst seinen Tag.

Dana Stella Schuhr ⭐

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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