Kapitel 1: Die Bananen-Bande und das Sabotage-Zelt

Das Leben im Polizeirevier von Puerto Cabello war definitiv nicht mehr dasselbe, seit Coco seine Dienstmarke trug. Genauer gesagt: Es war ein logistischer Ausnahmezustand.

Polizeichef Antonio saß an seinem wuchtigen Mahagoni-Schreibtisch, die Hände an die Schläfen gepresst. Vor ihm lag der offizielle Wochenbericht, auf dem unübersehbar ein klebriger, roter Pfotenabdruck prangte. Direkt daneben saß Coco. Das Äffchen hatte seine winzige Polizeimütze lässig nach hinten geschoben, hielt eine reife Papaya in den Pfoten und mampfte so geräuschvoll, dass Antonio das Gefühl hatte, sein eigener Schädel würde im Takt mitschwingen.

„Dieser Affe macht mich noch wahnsinnig!“, donnerte Antonio plötzlich, dass die Orden an seiner Uniformjacke klirrten. Er deutete mit einem zitternden Zeigefinger auf das pelzige Chaos. „Er hat gestern die Handschellen von Carlos mit Kaugummi blockiert! Und als wir den Verdächtigen verhören wollten, hat Coco ihm unbemerkt die Schnürsenkel zusammengeknotet! Das ist… das verstößt gegen mindestens siebzehn Dienstvorschriften!“

Alejandro, der in seinem blauen Diensthemd am Aktenschrank lehnte, behielt die absolute Ruhe. Er blätterte seelenruhig in einer Akte, blickte kurz auf und grinste trocken.

„Papa, du hast ihn eingestellt. Beschwerden bitte an die Personalabteilung.“

Coco hielt mitten im Kauen inne. Er schaute Antonio mit unschuldigen Knopfaugen an, streckte ihm frech die rosa Zunge entgegen und zog die Papaya schützend an sich. Dann, als wäre nichts gewesen, hob er die freie, klebrige Pfote an den Mützenschirm und salutiert feierlich.

Antonio stöhnte auf und ließ sich in seinen Sessel fallen. „Selber schuld, Herr Polizeichef…“, murmelte er fassungslos zu sich selbst. Er blickte zu seinem Sohn. „Ich wollte einen tüchtigen kleinen Ermittler, der uns in enge Verstecke kriecht, Alejandro! Stattdessen habe ich einen pelzigen Wirbelsturm mit einer ausgesprochen eigenwilligen Vorstellung von Recht und Ordnung bekommen!“

„Er lernt noch“, verteidigte Alejandro seinen kleinen Partner schmunzelnd. „Und vergiss nicht: Wer einen El Bandito einstellt, bekommt eben keinen Schäferhund. Aber genau diese unkonventionellen Methoden werden wir heute brauchen.“

Antonio horchte auf und setzte sich augenblicklich wieder gerade hin. Seine Miene wurde schlagartig ernst. „Der Fall am Hafen?“

Alejandro nickte und schloss die Akte mit einem lauten Knall. „Genau der. Die ‚Bananen-Bande‘ hat wieder zugeschlagen. Letzte Nacht haben sie den dritten Container-Laster direkt an den Docks leergeräumt. Keine Einbruchsspuren, keine Zeugen, die Alarmanlagen wurden einfach überbrückt. Das sind keine Amateure, Papa. Das ist organisierte Kriminalität. Sie wissen genau, wie unsere Patrouillen laufen.“

Coco, der das Wort „Banane“ gehört hatte, war sofort hellwach. Er ließ den Rest seiner Papaya auf Antonios sauber getippten Bericht fallen, sprang mit einem geschmeidigen Satz auf Alejandros Schulter und klopfte sich wild auf die Brust. Er war bereit für seinen ersten echten Außeneinsatz.

Kapitel 2: Detektiv Knopfauge und der Undercover-Einsatz

Um Punkt Mitternacht lag der Hafen von Puerto Cabello im tiefen Schwarz. Nur die Scheinwerfer der riesigen Ladekräne warfen lange, unheimliche Schatten über die endlosen Reihen von bunten Frachtcontainern.

Hinter einer Palette voller Autoreifen hockten Alejandro und Antonio im Dunkeln. Beide trugen dunkle Jacken, doch das eigentliche Highlight der Mission trug eine neongelbe Miniatur-Warnweste: Coco.

„Ruhe jetzt, Kleiner“, flüsterte Antonio und blickte durch sein Fernglas. „Wenn die Bananen-Bande auftaucht, bleibst du brav bei Alejandro. Keine Alleingänge!“

Coco verdrehte die Augen, tippte sich an seine Polizeimütze und salutierte gelangweilt. Doch als Alejandro die Aktenfotos der bisherigen Tatorte auf den Knien ausbreitete, passierte etwas Unglaubliches. Coco rutschte von Alejandros Schulter, beugte sich über die Bilder und fing plötzlich an, mit dem winzigen Zeigefinger auf bestimmte Details zu tippen.

„Uhh-uhh! Chii-chii!“, machte er aufgeregt.

„Was hat er denn?“, raunte Antonio genervt. „Sieht er eine Fliege auf dem Papier?“

„Nein, warte mal …“, Alejandro kniff die Augen im fahlen Mondlicht zusammen. „Guck mal, wohin er zeigt, Papa. Auf allen drei Fotos von den aufgebrochenen Containern ist im Hintergrund derselbe rote Gabelstapler zu sehen. Und schau dir das hier an!“

Coco tippte wild auf das Bild eines Reifenspanns im Schlamm. Er rocht kurz an dem Foto, schnaubte verächtlich und rieb sich dann die Nase.

„Er hat ein neues Talent entwickelt“, flüsterte Alejandro fassungslos und musste grinsen. „Er analysiert die Beweise nicht mit Logik, sondern mit seinen Sinnen. Er riecht den Treibstoff! Und er hat Recht: Die Diebe benutzen die Hafen-eigenen Gabelstapler, um die Ware wegzuschaffen. Deshalb gab es keine Einbruchsspuren an den Toren!“

„Ein tierischer Kriminalbiologe … ich werd verrückt“, murmelte Antonio kopfschüttelnd. „Aber wo sind sie jetzt?“

Genau in diesem Moment ertönte ein leises, mechanisches Surren am Ende von Dock 4. Ein großer, verdunkelter Lastwagen rollte lautlos rückwärts an einen Container heran, der randvoll mit den besten Premium-Bananen des Landes beladen war. Drei Gestalten in dunklen Kapuzenpullovern sprangen heraus.

„Da sind sie!“, zischte Antonio und wollte schon die Waffe ziehen. „Wir greifen an!“

„Warte, Papa! Wir müssen sehen, wer ihr Boss ist. Wir brauchen eine Nahaufnahme von den Gesichtern für die Akten. Coco, du bist dran. Geh auf Beschattung. Aber denk dran: Absolute Tarnung!“

Coco nickte todernst. Er nahm seine Polizeimütze ab, drehte sie auf links – wo sie praktischerweise schwarz gefüttert war – und zog sie sich tief ins Gesicht. Dann schnappte er sich Alejandros Mini-Spionagekamera, hängte sie sich wie eine Kette um den Hals und verschwand geräuschlos in den Schatten der Containerwände.

Das Äffchen bewegte sich wie ein pelziger Ninja. Er kletterte an den Stahlstreben hoch, hangelte sich von Dach zu Dach und blickte schließlich direkt von der Oberkante des Containers auf die Diebe hinab. Seine flinken Finger bedienten die Kamera perfekt. Klick. Klick. Klick. Die Gesichter der Banditen waren gestochen scharf im Kasten.

Doch dann schlug Cocos ADHS-artige Aufmerksamkeitsspanne wieder gnadenlos zu.

Die Diebe brachen die Verriegelung auf, und der süße, betörende Duft von tausenden reifen Bananen strömte heraus. In Cocos Kopf machte es augenblicklich Klick. Der Undercover-Auftrag? Vergessen. Die Tarnung? Völlig egal.

Coco verlor komplett die Selbstbeherrschung. Er vergaß, dass er die Mütze als Tarnung trug. Vor lauter Vorfreude drehte er die Mütze wieder auf die richtige Seite, setzte sie sich stolz auf den Kopf, sprang mit einem lauten, triumphalen „CHII-CHII-AAAHHH!“ mitten in den Container und landete haargenau auf einer riesigen Bananenstaude.

Die drei Diebe erstarrten vor Schreck. Sie wirbelten herum und starrten fassungslos in den Container.

Dort saß ein Kapuzineräffchen mit einer offiziellen Polizeimütze, einer neongelben Warnweste und einer Spionagekamera um den Hals, das bereits die erste Banane in Rekordzeit schälte, ihnen frech die Zunge streckte und anschließend mit der klebrigen Pfote feierlich salutierte.

„Was zum Teufel…“, stammelte der Anführer der Bande. „Ist das… die Mode-Polizei für Haustiere?! Schnappt das Ding!“

Hinter der Reifenpalette schlug Antonio sich die Hand vor die Stirn. „Ich habe es gewusst! Seine Dienstmütze hat uns verraten! Dieser Affe bringt mich ins Grab!“

„Keine Zeit zum Schimpfen, Papa!“, rief Alejandro, zog seine Dienstmarke und rannte los. „Plan B! Zugriff!“

Kapitel 3: Das Bananen-Bataillon schlägt zurück

„Zugriff! Polizei!“, brüllte Antonio, während er und Alejandro mit gezückten Taschenlampen auf den Container zusprinteten.

Die drei Diebe gerieten in Panik. „Vergiss den Affen, schnapp die Kisten und ladet sie auf den Laster!“, schrie der Anführer. Doch da hatte er die Rechnung ohne El Bandito gemacht.

Coco dachte überhaupt nicht daran, seine Beute kampflos aufzugeben. Mit einem wütenden „Chii-chii!“ mutierte das kleine Äffchen zum Ein-Mann-Bataillon. Er schnappte sich die erste Banane, schälte sie mit seiner Rekordgeschwindigkeit von 0,4 Sekunden, schlang die Frucht hinunter und feuerte die glitschige Schale im hohen Bogen aus dem Container direkt vor die Füße des ersten Banditen.

Wuuuusch – Klatsch! Der Kerl verlor komplett den Halt, ruderte wild mit den Armen und segelte rückwärts in einen Haufen leerer Plastikpaletten.

„Angriff!!!“, kreischte Coco gefühlt und griff mit beiden Pfoten in die Bananenkisten. Jetzt flogen die Früchte wie Kanonenkugeln durch die Luft. Poff! Klonk! Klatsch! Coco zielte haargenau. Eine reife Banane klatschte dem zweiten Dieb mitten ins Gesicht, sodass er nur noch gelben Matsch vor Augen hatte.

Antonio stürmte mitten in die Bananenkisten-Schlacht hinein, um den fliegenden Geschossen auszuweichen. „Coco, verdammt noch mal, stell das Feuer ein! Ich bin auf deiner Seite!“, rief der Polizeichef, während er sich duckte. Genau in diesem Moment rutschte der Anführer der Bande ebenfalls auf einer Schale aus und taumelte unkontrolliert nach vorne – direkt in Antonios offene Arme. Beide Männer verloren das Gleichgewicht und krachten gemeinsam in eine riesige Stapelkiste voller überreifer Früchte.

Maaaatsch! Antonio saß bis zum Bauch im Bananenpüree, den schockierten Banditen fest im Schwitzkasten.

Alejandro, der den dritten Dieb bereits gekonnt mit den Handschellen an eine LKW-Felge gekettet hatte, hielt sich den Bauch vor Lachen. Er wischte sich eine Träne aus dem Auge. „Saubere Arbeit, Papa! Du hast die Lage voll im Griff!“

Antonio spuckte ein Stück Bananenschale aus, rückte seine Dienstmarke gerade und blickte grimmig nach oben.

Dort, auf der Oberkante des Containers, saß Coco. Das Äffchen hatte die Spionagekamera um den Hals gepackt, hielt sie mit ausgestrecktem Arm von sich weg und drückte auf den Auslöser. Blitz! Das Ergebnis war das absolut perfekte Sieger-Selfie: Im Vordergrund grinste Coco mit schiefer Polizeimütze und einer halben Banane im Mund frech in die Linse, während im Hintergrund der panische Dieb an der Felge zappelte und Polizeichef Antonio wie ein begossener Pudel im Bananenmatsch saß.

Coco schaute sich das Bild auf dem kleinen Display an, stieß ein triumphierendes „Chii-chii-ahh!“ aus, steckte dem fassungslosen Antonio die Zunge heraus und salutierte feierlich mit der klebrigen Pfote.

Antonio atmete tief aus und versuchte, den Matsch von seiner Uniformjacke zu kratzen. Er schaute zu Alejandro, der ihm lächelnd eine Hand hinhielt, um ihn aus der Kiste zu ziehen.

„Morgen“, knurrte Antonio, obwohl ein kleines, stolzes Schmunzeln um seine Mundwinkel legte, „morgen schreibe ich eine neue Dienstvorschrift. Paragraf 1: Das Mitführen von Obst als Wurfgeschoss im Außendienst ist strengstens untersagt.“

Alejandro lachte schallend, während Coco von oben herabsprang und es sich auf Antonios matschiger Schulter gemütlich machte. „Ach Papa“, grinste Alejandro trocken. „Du weißt doch: Beschwerden bitte direkt an die Personalabteilung!“

Kapitel 4: Berühmte Knopfeaugen und die Empanada-Standpauke

Am nächsten Morgen war ganz Puerto Cabello im Ausnahmezustand. Auf der Titelseite des „El Diario de Venezuela“ prangte unübersehbar Cocos Meisterwerk. Das Sieger-Selfie war gestochen scharf abgedruckt: Vorne das grinsende Äffchen mit der klebrigen Bananenpfote beim Salutieren, im Hintergrund der gefesselte Bandit und Polizeichef Antonio, der wie ein Häufchen Elend im Bananenmatsch saß [St.1, St.2].

Die Schlagzeile lautete in fetten Buchstaben: „DER PELZIGE BLITZSCHLAG: COCO, DER MEISTER-ERMITTLER, ZERSCHLÄGT DIE BANANEN-BANDE!“

Ganz Venezuela feierte das ungleiche Trio. Doch während im Revier die Telefone nicht mehr stillstanden, weil alle Fernsehsender ein Interview mit dem „Polen-Äffchen“ wollten, sah die Realität in der heimischen Küche von Familie Antonio ganz anders aus.

Dort flogen nämlich die Fetzen. Oder besser gesagt: die Handtücher.

„Seid ihr denn völlig von allen guten Geistern verlassen?!“, donnerte Mutter Isabella und schlug mit einem hölzernen Kochlöffel energisch auf die Küchentheke.

Antonio und Alejandro standen stramm wie zwei Rekruten. Beide trugen immer noch ihre Diensthosen, die steif von getrocknetem Bananenpüree waren, und blickten schuldbewusst auf den Fliesenboden.

„Aber Schatz …“, setzte Antonio mit kläglicher Stimme an, „wir haben die organisierten Kriminalität am Hafen gestoppt …“

„Das ist mir piepegal!“, unterbrach Isabella ihn mit funkelnden Augen. „Guck dich doch an, Antonio! Du bist der Polizeichef und siehst aus, als hättest du im Schlamm mit Schweinen gerungen! Und mein armer Alejandro! Am ersten Tag im neuen Job direkt im Dschungel-Matsch!“

Doch ihre größte Sorge galt dem kleinsten Mitglied der Truppe. Coco saß auf der Küchentheke, hatte sich in ein viel zu großes, weiches Geschirrtuch eingewickelt und tat so, als sei er schwer traumatisiert. Er zitterte künstlich, machte ein jämmerliches „Chii-chii“ und hielt sich theatralisch das Pfötchen vor die Augen.

„Oh, mein pelziges Bébé!“, rief Isabella sofort mit weicher, mütterlicher Stimme. Der strenge Ton war wie weggewischt. Sie eilte zu Coco, nahm ihn behutsam auf den Arm und wiegte ihn wie ein kleines Kind. „Was haben diese beiden Rabauken bloß mit dir gemacht? Dich einfach in einen Container voller Krimineller zu stecken! Du hättest dich verletzen können!“

Coco schmiegte sich eng an ihre Brust, blinzelte unter dem Handtuch hervor und streckte Antonio und Alejandro hinter Isabellas Rücken triumphierend die Zunge raus.

„Und das Schlimmste von allem!“, rief Isabella, während sie Coco sanft den Kopf kraulte. „Meine frischen Empanadas! Ich habe den ganzen Nachmittag in der Küche gestanden, den Teig geknetet und die köstlichste Fleisch-Gemüse-Füllung der Stadt gezaubert! Und was macht ihr? Ihr kommt stundenlang zu spät, lasst das Essen kalt werden und bringt mir stattdessen eine Wagenladung Bananenbrei mit nach Hause!“

Sie deutete auf den großen Teller in der Mitte des Tisches. Die goldenen, knusprigen Empanadas dufteten zwar immer noch himmlisch, waren aber verständlicherweise nicht mehr kochend heiß.

Alejandro nutzte die Sekunde, in der seine Mutter kurz Luft holte. Er trat schüchtern vor, schnappte sich mit einer blitzschnellen Gauner-Handbewegung eine der Empanadas vom Teller, biss herzhaft ab und kaute glücklich.

„Mama“, sagte er mit vollem Mund und schmunzelte trocken, „die Empanadas sind selbst kalt ein absoluter Traum. Und was Coco angeht …“ Er deutete auf das Äffchen.

Coco hatte nämlich das Wort „Empanada“ gehört. Seine vermeintliche Todesangst war augenblicklich verflogen. Mit einem geschmeidigen Satz sprang er aus Isabellas Armen direkt auf den Küchentisch, schnappte sich eine riesige Teigtasche mit beiden Pfoten und biss so gierig hinein, dass ihm die Füllung links und rechts aus den Backen quoll. Er schloss die Augen vor Genuss, wackelte mit den Ohren und machte ein extrem zufriedenes „Uhh-uhh!“.

Isabella starrte das verfressene kleine Maskottchen an. Sie versuchte, ein strenges Gesicht zu machen, aber gegen Cocos unverschämten Charme hatte sie einfach keine Chance. Ein herzliches Lachen brach aus ihr heraus.

„Ihr seid unmöglich. Alle drei!“, lachte sie durch ihre restliche Empörung hindurch und schüttelte den Kopf. „Der berühmteste Ermittler Venezuelas ist in Wirklichkeit ein kleiner, gefräßiger Räuber.“

Antonio atmete erleichtert auf, schlich sich an den Tisch und schnappte sich ebenfalls eine Empanada. „Tja, Schatz“, grinste er und klopfte Alejandro auf die Schulter. „Wer einen El Bandito einstellt, bekommt eben keinen Schäferhund. Aber dafür bekommt er die beste Aufklärungsquote des Landes!“

Coco saß mitten auf dem Tisch, mampfte glücklich seine Empanada, blickte zu Antonio auf und salutierte – diesmal mit einer Hand voller Fleischfüllung – feierlich mit der Pfote.

Kapitel 5: Die Parade, der Mops und das geraubte Gefieder

Innerhalb weniger Tage war Puerto Cabello im absoluten Coco-Fieber. Der Bürgermeister hatte kurzerhand eine große Ehren-Parade auf der Strandpromenade organisiert. Die gesamte Stadt war auf den Beinen. Es gab Luftballons in Bananenform, eine Blaskapelle und Flaggen mit Cocos Gesicht.

Mitten im Trubel rollte ein offenes Polizeiauto im Schritttempo durch die Menge. Am Steuer saß Alejandro im blitzblanken Diensthemd, daneben winkte Antonio stolz wie ein König. Und auf der Motorhaube? Da thronte Coco auf einem seidenen Kissen, die Polizeimütze perfekt aufgesetzt, und warf huldvoll Bananenchips in die kreischende Menge.

Doch die feierliche Stimmung hielt genau so lange, bis ein lautes, arrogantes Schnauben die Blaskapelle übertönte.

Am Rand der Ehrentribüne stand Kommissar Ramirez aus der reichen Nachbarstadt Valencia. Er war Antonios ewiger Rivale und blickte voller Verachtung auf das Spektakel. An seiner Leine führte er „Brutus“ – einen extrem übergewichtigen, mürrisch dreinblickenden Mops im Mini-Polizeianzug, der laut rasselnd atmete.

„Eine Parade für ein Ungeziefer! Lächerlich!“, spottete Ramirez lautstark, als das Auto anhielt. „Antonio, du machst dich lächerlich. Ein echter Polizeihund wie mein Brutus hat eine dreijährige Ausbildung an der Akademie hinter sich! Er kann Fährten lesen, Verdächtige stellen und hat Disziplin! Dein Flohzirkus da verzieht doch beim ersten echten Fall keine Miene!“

Coco, der das Wort „Flohzirkus“ gehört hatte, stellte augenblicklich das Winken ein. Seine Knopfaugen verengten sich zu Schlitzen. Er sprang von der Motorhaube, landete direkt vor dem Mops, legte den Kopf schief und streckte dem prustenden Hund die Zunge raus. Brutus schnaubte beleidigt und versuchte, nach Coco zu schnappen, verfehlte ihn aber wegen seiner kurzen Beine um Längen und rollte stattdessen wie eine Bowlingkugel rückwärts in die Posaunen der Blaskapelle. Schepper! Tröööt! Das erste Chaos war perfekt.

„Ramirez, zügle deinen Hund“, knurrte Antonio und trat vor. „Mein Coco hat eine Aufklärungsquote, von der deine Akademie-Hunde nur träumen können!“

Genau in diesem Moment wurde die hitzige Diskussion durch einen gellenden Schrei unterbrochen. Eine exzentrische, sündhaft reiche Dame in einem Pelzmantel stürzte auf die Tribüne.

„Mein Baby! Es wurde entführt! Ein skrupelloser Raub!“, kreischte sie.

„Ein Raub?“, Ramirez plusterte sich sofort auf und packte Brutus am Geschirr. „Keine Sorge, Señora! Kommissar Ramirez und Brutus übernehmen den Fall! Welcher Schmuck wurde gestohlen?“

„Kein Schmuck! Mein Luxus-Papagei ‚Don Diego‘! Er ist ein seltener blauer Ara, eine Million Dollar wert! Ein Dieb hat ihn direkt aus meinem Hotelzimmer im Penthouse gestohlen und eine bunte Feder als Visitenkarte hinterlassen!“

Ramirez hielt dem Mops die Feder vor die Nase. „Such, Brutus! Such die Fährte!“
Der Mops schnüffelte zweimal, nieste heftig und legte sich dann erschöpft flach auf den Bauch, um ein Nickerchen im Schatten zu machen.

„Ein Totalausfall, wie ich sehe“, schmunzelte Alejandro trocken und blickte zu seinem pelzigen Partner. „Coco, du bist dran. Zeig dem Kommissar, wie man ermittelt.“

Coco wartete keine Sekunde. Er schnappte sich die bunte Feder aus Ramirez’ Hand. Doch statt daran zu riechen, kniff er die Augen zusammen, hielt die Feder im fahlen Wind und blickte hinauf zu den Dächern der Strandpromenade. In seinem Kopf machte es sofort Klick. Er erkannte das Muster: Das war keine Papageienfeder – das war eine künstliche Feder von einer Tänzerinnen-Maske des berüchtigten Karneval-Klubs am Ende der Promenade! Der Dieb hatte versucht, sie auf eine falsche Fährte zu locken.

„Chii-chii!“, rief Coco, setzte sich seine Polizeimütze als Undercover-Tarnung wieder verkehrt herum auf den Kopf, schnappte sich Ramirez’ Dienst-Taschenlampe und sauste wie ein behaarter Blitz los.

„Hey! Das ist Polizeieigentum! Haltet den Affen!“, brüllte Ramirez.

„Hinterher!“, rief Alejandro.

Die Parade war offiziell abgebrochen. Die Jagd nach dem Luxus-Papagei quer durch Puerto Cabello hatte begonnen – mit Coco an der Spitze, dicht gefolgt von Alejandro, einem wild schimpfenden Antonio, Kommissar Ramirez und dem rollenden Mops Brutus!

Kapitel 6: Karneval-Chaos und Verkupplungs-Sorgen

Die Jagd endete im berüchtigten Karneval-Klub, wo das absolute Chaos ausbrach. Coco stürmte als Erster den Saal, in dem hunderte bunte Kostüme und riesige Federboas von den Decken hingen. Der smarte Dieb versuchte gerade, den seltenen blauen Ara „Don Diego“ in einen Transportkäfig zu stecken, doch Coco war schneller.

Mit einem gewagten Sprung landete Coco auf dem Kopf des Diebes, riss ihm die Maske vom Gesicht und feuerte eine riesige, pinke Federboa direkt über Kommissar Ramirez und den keuchenden Mops Brutus. Der Mops verfing sich so unglücklich in den Federn, dass er wie ein explodiertes Plüschtier orientierungslos gegen die Wand rollte. Ramirez stolperte hinterher und landete mit dem Kopf voran in einer Kiste voller Glitzer.

Der Dieb wollte flüchten, doch Coco öffnete blitzschnell den Käfig des wertvollen Vogels. Don Diego flog auf, landete auf einem Kronleuchter und krächzte lauthals mit einer Stimme, die verdächtig nach dem schockierten Dieb klang: „Ich habe den Vogel! Ich werde reich! Ich werde reich!“ Der Papagei verriet seinen Entführer eiskalt vor der versammelten Mannschaft. Alejandro brauchte dem Dieb nur noch ganz entspannt die Handschellen anzulegen.

Während Ramirez glitzernd und Ramirez‘ Mops voller Federn das Nachsehen hatten, war Coco der unangefochtene Held des Tages.

Kapitel 7: Das perfekte Match und das schüchterne Veto

Als die Schicht endete, kehrte das Trio völlig zerzaust, voller Glitzer und bunter Federn nach Hause zurück. Mutter Isabella stand bereits in der Tür, den hölzernen Kochlöffel in der Hand. Doch als sie ihre drei Chaoten sah – Antonio mit einer pinken Feder im Schnurrbart, Alejandro voller Glitzer und Coco, der stolz eine kleine Karnevals-Tröte im Mund hielt –, bog sie sich vor Lachen. Sie schüttelte den Kopf, wischte sich eine Lachträne aus dem Auge und rief: „Ihr seid wirklich nicht zu retten! Aber jetzt ab in die Stube, wir haben heute Abend ganz besonderen Besuch!“

Isabella hatte nämlich einen ganz eigenen, geheimen Plan geschmiedet: Sie wollte ihren frisch wiedergefundenen, bildhübschen Sohn Alejandro endlich unter die Haube bringen. Dafür hatte sie Valentina eingeladen, die wunderschöne Tochter des wohlhabenden Nachbarn. Valentina hatte lange, dunkle Locken, funkelnde Augen und trug ein elegantes Kleid. Sie war das perfekte Match – zumindest in Isabellas Augen.

Als die Familie sich an den Tisch setzte und Isabella die dampfenden, frischen Empanadas servierte, plapperte sie ununterbrochen: „Ach Alejandro, schau doch mal, wie wunderbar Valentina zum Kleid passt! Und sie kann fantastisch kochen. Ist sie nicht eine Augenweide für einen tüchtigen jungen Mann wie dich?“

Valentina lächelte Alejandro schüchtern an und klimperte mit den Wimpern. Doch Alejandro saß wie auf Kohlen. Er starrte verlegen auf seinen Teller, strich sich nervös über den Kragen seines Diensthemdes und murmelte nur abgelenkte, kurze Antworten. Er hatte absolut kein Interesse an der hübschen Nachbarstochter. Er schätzte seine neue Freiheit und dachte im Traum nicht daran, sich jetzt schon fest zu binden.

Antonio beobachtete das Spektakel amüsiert, hielt sich aber klug im Hintergrund. Er wusste genau, dass man Alejandro nicht drängen durfte.

Coco, der die angespannte Stimmung sofort spürte, beschloss, seinem schüchternen Partner zur Hilfe zu eilen – natürlich auf seine ganz eigene, unkonventionelle El Bandito-Art.

Mit einem lautlosen Satz sprang das Äffchen auf den Tisch. Er ignorierte Valentina komplett, schnappte sich die größte Empanada direkt vor ihrer Nase weg und setzte sich ungeniert mitten auf ihren Teller. Valentina stieß einen spitzen Schrei aus, als Coco sie mit voller Empanada-Füllung im Gesicht frech angrinst, ihr die Zunge heraussteckte und anschließend mit fettigen Pfoten direkt auf Isabellas sauberer Tischdecke feierlich salutierte.

„Coco!“, rief Isabella entsetzt, während Valentina versuchte, mit einer Serviette den Teig von ihrem Kleid zu kratzen.

Alejandro konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Er blickte zu seiner Mutter auf, nahm einen tiefen Schluck aus seinem Glas und sagte trocken: „Tja, Mama. Ich habe dir ja gesagt, ich bin noch nicht bereit für eine feste Beziehung. Und wie du siehst …“ Er deutete auf das pelzige Chaos auf dem Tisch. „… mein Terminkalender als Ermittler ist dank meinem Partner im Moment einfach viel zu voll.“

Antonio prustete laut los und schüttelte den Kopf. Isabella starrte das verfressene Äffchen an, das nun seelenruhig Valentinas Empanada verputzte. Sie wollte schimpfen, aber als sie sah, wie Alejandro erleichtert durchatmete, musste sie doch lächeln. Das Verkuppeln musste wohl noch ein bisschen warten.

Kapitel 8: Die Jacht-Saboteure und das fliegende Fisch-Bataillon

Die Dating-Sorgen waren schlagartig vergessen, als ein handfester Skandal den Hafen von Puerto Cabello erschütterte. Innerhalb einer Woche waren drei sündhaft teure Luxus-Yachten direkt vor der Küste wie Steine auf den Meeresgrund gesunken. Keine Explosionen, keine Piraten – die Schiffe bekamen mitten auf ruhiger See plötzlich gigantische Lecks im Rumpf.

„Das sind Profis“, erklärte Alejandro am nächsten Morgen im Revier und tippte auf eine Seekarte. „Sie schlagen immer auf offener See zu, wo keine Kameras hängen. Ich wette, sie benutzen hochmoderne Unterwasser-Industriebohrer, um die Schiffe von unten zu versenken und später die Tresore aus den Wracks zu plündern.“

Antonio trommelte mit den Fingern auf den Tisch. „Wir brauchen einen Köder. Wir mieten die protzigste Jacht, die wir finden können, und fahren selbst raus. Carlos und Miguel halten sich im Rumpf versteckt, und wir drei mimen auf dem Deck die ahnungslosen Millionäre.“

Gesagt, getan. Wenige Stunden später schipperten sie auf der „Señora Isabella“ – einer strahlend weißen Luxus-Jacht – über das azurblaue Wasser Venezuelas. Antonio trug eine weiße Leinenhose und eine Kapitänsmütze, Alejandro gab den lässigen Millionärssohn mit Sonnenbrille, und Coco? Coco hatte den absoluten Jackpot geknackt. Er trug ein winziges Matrosen-Tuch, lag auf einer Designer-Sonnenliege und schlürfte mit einem Strohhalm eine alkoholfreie Piña Colada aus einer echten Kokosnuss.

„Konzentration, El Bandito!“, mahnte Antonio und blickte durch sein Fernglas. „Wir sind hier nicht im Urlaub!“

Coco verdrehte die Augen, gluckerte den letzten Rest aus der Nuss, streckte Antonio die Zunge raus und salutierte träge mit der klebrigen Pfote.

Plötzlich erzitterte das gesamte Schiff. Ein dumpfes, mahlendes Geräusch drang von unten durch die Planken. Bssssssssss!

„Sie sind da! Sie bohren uns an!“, rief Alejandro. „Carlos, Miguel, macht euch bereit!“ Doch aus dem Rumpf war nur ein jämmerliches Stöhnen zu hören – die beiden Strandpolizisten waren der brutalen Seekrankheit zum Opfer gefallen und lagen völlig grün im Gesicht zwischen den Rettungswesten.

„Auf die beiden ist wieder Verlass“, knurrte Antonio. „Alejandro, wir müssen das Schiff drehen!“

Doch die Saboteure gaben bereits Gas. Zwei Taucher in pechschwarzen Neoprenanzügen und mit Hightech-Bohrern tauchten an der Steuerbordseite auf, um die Jacht endgültig zu entern. Sie rechneten mit reichen, wehrlosen Touristen. Sie rechneten nicht mit Coco.

Das Äffchen war durch das Rütteln unsanft aus seiner Piña-Colada-Trance gerissen worden. Seine geliebte Kokosnuss war umgekippt. Seine Matrosenmütze saß schief. Coco war stinksauer.

Mit einem wütenden „CHII-CHII-AAAHHH!“ schoss das kleine Äffchen über das Deck. Er brauchte eine Waffe – und sein scharfes Auge fand sie sofort. Neben der Reling stand die Kühlbox, in der Alejandro kurz zuvor frischen Köderfisch für die Tarnung deponiert hatte.

Coco fackelte nicht lange. Er riss den Deckel auf, griff mit beiden Pfoten hinein und mutierte zum fliegenden Fisch-Bataillon.

Wuuuusch – Klatsch! Der erste Taucher, der gerade die Reling hochklettern wollte, bekam eine schleimige, eiskalte Makrele mitten ins Visier seiner Tauchermaske geklatscht. Vor Schreck verlor er den Halt und klatschte rückwärts in die Heckwelle.

„Nimm das, du Tiefsee-Ganove!“, schien Coco zu kreischen, während die Fische nur so flogen. Poff! Klonk! Slap! Der zweite Saboteur wurde von einer regelrechten Flut aus Heringen und Tintenfischen bombardiert. Er versuchte verzweifelt, die glitschige Fracht abzuwehren, verfing sich in seinem eigenen Atemschlauch und taumelte unkontrolliert über die Badeplattform.

Alejandro nutzte die Sekunde der absoluten Verwirrung, hechtete vor und verpasste dem stolpernden Taucher einen gezielten Stoß, sodass auch dieser über Bord ging – direkt in die Arme von Antonio, der mittlerweile das Polizeibeiboot klargemacht hatte und die beiden tropfnassen Schurken mit dem Kescher aus dem Wasser fischte wie kapitale Karpfen.

„Hände hoch, ihr Wasserratten!“, donnerte Antonio, während er die Handschellen klingen ließ.

Der Fall war gelöst, die Jacht-Saboteure waren dingfest gemacht. Alejandro wischte sich ein paar Fischschuppen vom Diensthemd und lachte schallend. „Saubere Verteidigung, kleiner Partner! Das nennt man wohl biologische Kriegsführung.“

Coco saß stolz auf der Reling, die Matrosenmütze wieder perfekt gerückt. Er hielt den allerletzten Fisch im Maul, guckte den gefesselten Dieben tief in die Augen, spuckte den Hering direkt vor ihre Füße, streckte ihnen die rosa Zunge raus und salutierte anschließend feierlich mit der fischigen Pfote.

Antonio schüttelte fassungslos den Kopf, während er den Motor des Beiboots anwarf. „Ich werde morgen im Revier beantragen, dass wir die Dienstwaffen gegen eine Tonne Tiefkühl-Fisch eintauschen. Die Trefferquote ist einfach phänomenal!“

„Tja, Papa“, grinste Alejandro trocken und klopfte seinem Vater auf die Schulter. „Beschwerden und Anträge wie immer direkt an die Personalabteilung!“

Kapitel 9: Der Fischgestank-Schlauch und die Spur im Dschungel

Die Rückkehr im Hafen von Puerto Cabello verlief weit weniger glamourös, als die drei „Millionäre“ es sich erträumt hatten. Die „Señora Isabella“ legte am Steg an, und das Trio stank zehn Meilen gegen den Wind nach fauler Makrele und Tintenfisch.

Am Kai stand bereits Mutter Isabella. Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt, den Fuß ungeduldig auf den Holzdielen tippend, und hielt einen langen, grünen Gartenschlauch in der Hand.

„Keinen Schritt weiter!“, rief sie und drehte den Hahn auf. „Ihr riecht ja wie eine explodierte Fischfabrik! Du auch, mein pelziges Bébé!“

Zischhhh! Ohne Gnade spritzte sie Antonio, Alejandro und schließlich Coco mit dem kalten Wasserstrahl ab. Antonio jaulte auf, Alejandro duckte sich lachend, und Coco flitzte kreischend im Zickzack über das Deck, um sein durchnässtes Matrosentuch zu retten. Nach fünf Minuten Intensiv-Reinigung saßen die drei tropfnass, aber geruchsneutral auf der Kaimauer. Isabella schüttelte den Kopf, musste aber beim Anblick ihrer triefenden Männer doch wieder schallend lachen und drückte jedem ein trockenes Handtuch in die Hand.

Wenig später im Revier war die Stimmung wieder professionell. Die gefesselten Jacht-Saboteure saßen im Verhörraum. Nach einer Stunde intensiver Befragung durch Alejandro brach der Anführer schließlich ein. Er wischte sich ein paar verbliebene Fischschuppen aus den Haaren und gestand mit zitternder Stimme:

„Wir haben die Bohrer nur besorgt! Der wahre Boss sitzt tief im venezolanischen Urwald. Es ist ein mächtiges Syndikat, angeführt von einer schattenhaften Figur, die man nur den ‚Dschungel-König‘ nennt. Sie horten das geraubte Gold aus den Jacht-Tresoren in einer alten, verlassenen Tempelruine am Fluss!“

Antonio klopfte auf den Tisch. „Das ist unsere Spur. Alejandro, Coco – wir packen die Rucksäcke. Wir holen uns dieses Syndikat.“

Zum Feierabend gab es im Pausenraum noch eine kleine, feucht-fröhliche Runde. Carlos und Miguel, die sich vom Magen-Katastrophen-Ausflug auf der Jacht erholt hatten, präsentierten eine riesige Torte mit einem Marzipan-Affen darauf, um sich für ihre Seekrankheit zu entschuldigen. Coco verputzte den Marzipan-Affen in Rekordzeit, klaute Carlos unbemerkt den Löffel aus der Kaffeetasse, steckte ihm die Zunge heraus und salutierte feierlich.

Kapitel 10: Die Schöne aus dem Dickicht und die charmante Banditin

Am nächsten Morgen drang das Trio tief in den dichten, dampfenden venezolanischen Dschungel vor. Alejandro ging voran und schlug mit einer Machete den Weg durch die riesigen Farnwedel frei, während Antonio die Kompassnadel im Auge behielt. Coco thronte auf Alejandros Rucksack, die Polizeimütze gegen die Tropensonne tief ins Gesicht gezogen.

Plötzlich hob Coco den Kopf. Seine Ohren zuckten. Aus dem dichten Blätterdach über ihnen ertönte ein leises, melodisches „Chii-chii … uuh-uuh?“. Es klang ganz anders als Cocos wildes Geschrei – viel sanfter, fast wie ein Flirten.

Coco riss die Augen auf, vergaß seine Dienstvorschriften und schoss wie ein behaarter Blitz den Stamm einer riesigen Würgefeige hinauf.

„Coco, bleib hier!“, rief Alejandro und hetzte hinterher. Er bog ein riesiges Bananenblatt beiseite – und fror mitten in der Bewegung ein. Genau wie vor ein paar Tagen sein Vater, vergaß Alejandro für einen Moment das Atmen.

Auf einer Liane im seichten Dschungellicht saß eine junge Frau. Sie hatte wilde, lockige Haare, smaragdgrüne Augen und trug eine praktische, aber unverschämt gut aussehende Abenteurer-Kleidung. Sie verströmte eine Aura von Freiheit und Geheimnis, die Alejandro augenblicklich in ihren Bann zog. Das war keine schüchterne Nachbarstochter – das war eine Frau, die den Dschungel beherrschte.

Und auf ihrer Schulter saß ein bildhübsches, kleines weibliches Kapuzineräffchen. Es trug ein winziges, elegantes rotes Halstuch.

Coco saß zwei Äste weiter, hatte seine Polizeimütze abgenommen und hielt sie sich charmant vor die Brust. Er legte den Kopf so extrem schief, dass es fast knackte, klimperte mit den Wimpern und reichte der Affendame ein frisches Dschungelblatt. Die kleine Affendame kicherte leise, zupfte an ihrem roten Halstuch und stupste Coco neckisch mit der Pfote an. Das offizielle Maskottchen der Küstenwache war schlagartig bis über beide Ohren verliebt.

Die geheimnisvolle Frau blickte von den Affen hinab zu Alejandro. Ein amüsiertes, selbstbewusstes Lächeln umspielte ihre Lippen.

„Dein kleiner Polizist hat wohl ein Auge auf meine Serafina geworfen“, sagte sie mit einer Stimme, die so rauchig und schön war wie ein Dschungel-Abend.

„Dein kleiner Polizist hat wohl ein Auge auf meine Serafina geworfen“, sagte sie mit einer Stimme, die so rauchig und schön war wie ein Dschungel-Abend.

Alejandro sammelte mühsam seine Fassung wieder. Er strich sich über das nasse Diensthemd und versuchte, seine professionelle Ermittler-Stimme aufzusetzen. „Ich bin Alejandro, Sicherheitsberater der Polizei von Puerto Cabello. Und wer bist du? Und was macht eine Frau wie du so tief im Revier des Dschungel-Königs?“

Die Frau lachte leise und schwang sich elegant von der Liane herab, sodass sie nur wenige Zentimeter vor Alejandro zum Stehen kam. Sie blickte ihm tief in die Augen.

„Mein Name ist Maya“, flüsterte sie geheimnisvoll. „Und sagen wir einfach … der Dschungel-König hat etwas, das mir gehört. Ich bin hier, um mir mein Glück zurückzuholen. Und wenn ihr den großen Boss hochnehmen wollt, Alejandro … dann werdet ihr Serafina und mich brauchen. Denn niemand kennt die geheimen Gänge der Tempelruine so gut wie wir.“

Oben auf dem Ast drückte Serafina dem völlig verzauberten Coco einen dicken Schmatzer mitten auf die Schnauze. Coco stieß ein glückliches „Uhh-uhh!“ aus, drehte sich zu dem herbeieilenden Antonio um, streckte ihm die Zunge heraus und salutierte mit beiden Pfoten gleichzeitig.

Antonio trat keuchend aus dem Gebüsch, sah die schöne Frau, die verliebten Affen und seinen völlig sprachlosen Sohn Alejandro. Er atmete tief aus und murmelte: „Ich habe es gewusst. Wer einen El Bandito einstellt, bekommt keinen Schäferhund. Aber dass er uns jetzt auch noch eine weibliche Komplizin anschleppt … Beschwerden bitte direkt an die Personalabteilung!“

Kapitel 11: Die Tempelgöttin und das flüsternde Dickicht

Alejandro stand wie angewurzelt da. Maya war keine gewöhnliche Dschungel-Abenteurerin. Sie hatte tiefschwarzes, unendlich langes Haar, das ihr in wilden, glänzenden Wellen bis fast zu den Hüften reichte. Ihre smaragdgrünen Augen leuchteten im fahlen Licht des Blätterdachs so intensiv, dass sie Alejandro förmlich den Atem raubten. Sie strahlte eine majestätische, unnahbare Aura aus – sie sah aus wie eine personifizierte Tempelgöttin, die direkt aus den uralten Mythen Venezuelas entsprungen war.

Und sie war nicht allein. Als sie die Hand hob, passierte etwas Magisches: Ein Schwarm farbenprächtiger Kolibris verharre mitten im Flug und bildete eine schwebende Krone über ihrem Kopf. Ein majestätischer Jaguar schlich lautlos aus dem Unterholz, legte den Kopf in ihren Schoß und schnurrte wie eine riesige Hauskatze. Die Tiere des Urwalds gehorchten ihr aufs Wort und auf den kleinsten Fingerzeig.

Serafina, ihr bildhübsches Kapuzineräffchen, piepste stolz von ihrer Schulter. Coco war völlig hin und weg. Er putzte sich hektisch das Fell, drückte seine Polizeimütze in die coolste Position, die er finden konnte, und reichte Serafina mit zitternder Pfote eine wilde Orchidee. Die Affendame kicherte, nahm die Blume an und gab Coco einen dicken Schmatzer auf die Wange.

„Sie mag dich, kleiner Gesetzeshüter“, lächelte Maya, und ihre grünen Augen blitzten amüsiert zu Alejandro herüber. „Und was ist mit dir, Alejandro? Traust du dich, einer Göttin in die Unterwelt zu folgen?“

Alejandro schluckte trocken, strich sich über das Diensthemd und nickte entschlossen. „Solange mein Partner die Rückendeckung hat.“


Kapitel 12: Der Spionage-Plan und die eifersüchtige Tempelfalle

Vor den Toren der verlassenen Tempelruine heckten Maya und Alejandro den ultimativen Spionage-Plan aus. Der „Dschungel-König“ hatte die Ruine schwer bewacht. Bewaffnete Wachen patrouillierten vor dem gigantischen Steintor, hinter dem das geraubte Gold der Jacht-Tresore lagerte.

„Serafina und Coco locken die Wachen weg“, flüsterte Maya und machte eine elegante Handbewegung. Auf ihren Fingerzeig hin schossen sofort zwei Dschungel-Papageien in die Luft, um ein lautes Ablenkungsgekrächz zu starten. „Wir schleichen uns währenddessen durch den Geheimgang am Fluss hinein.“

Das Affen-Pärchen legte sofort los – allerdings nahm Coco die Sache mit dem „Ablenken“ ein bisschen zu persönlich. Er wollte vor seiner neuen großen Liebe Serafina besonders angeben. Statt einfach nur Lärm zu machen, schnappte sich Coco eine Ranke, schlug einen dreifachen Salto in der Luft, landete auf der Nase einer Palastwache und klaute dem Mann im Flug die Sonnenbrille. Serafina quietschte begeistert und applaudierte.

Angespornt von dem Applaus setzte Coco noch einen drauf. Er flitzte in die Tempelvorhalle, sprang auf ein verziertes Steindepot und fing an, einen wilden Breakdance vorzuführen. Doch das Depot war keine Tanzfläche, sondern der Auslöser einer uralten Tempelfalle.

Krrrraaaakkk!

Coco hatte eine Druckplatte erwischt. Der Boden bebte. Mit einem lauten Rumpeln schossen riesige, tonnenschwere Steinkugeln aus den Wänden und rollten direkt auf die Wachen – aber leider auch auf das Affen-Pärchen zu!

„Chii-chii!!!“, kreischte Coco. Das Gehabe war schlagartig vorbei. Er schnappte sich Serafina bei der Pfote, warf sich flach auf den Boden, und die erste Steinkugel rasierte haarscharf seine Polizeimütze weg, bevor sie das Haupttor der Schmuggler mit einem ohrenbetäubenden WUMMS in tausend Stücke schlug.

Kapitel 13: Das doppelte Spiel im Goldsaal

Durch das Loch im Tor stürmten Alejandro, Antonio und Maya direkt in den zentralen Goldsaal. Dort stapelten sich die Schätze der Luxus-Yachten. Mitten im Raum stand der „Dschungel-König“ – ein bulliger Mann in einem schäbigen Anzug –, der entsetzt auf seine fliehenden Wachen und die rollenden Steinkugeln starrte.

„Polizei von Puerto Cabello! Keinen Muckser!“, donnerte Antonio, während Alejandro den Boss gekonnt mit einem Dschungel-Griff zu Boden rang und ihm die Handschellen anlegte. Das Syndikat war zerschlagen!

Doch als Alejandro sich aufrichtete, um Maya den Erfolg zu verkünden, gefror ihm das Lächeln. Maya stand vor dem größten Goldtresor. Sie hielt ein uraltes, smaragdgroßes Amulett in der Hand, das dem Dschungel-König gehört hatte. Ihre Augen leuchteten im Goldrausch.

„Danke für die Hilfe, Alejandro“, sagte sie mit einem geheimnisvollen, fast traurigen Lächeln. „Der Dschungel-König hat dieses Amulett einst meinem Volk gestohlen. Ich bin keine Polizistin. Ich nehme mir nur zurück, was mir gehört.“

Alejandro hielt den Atem an. Spielte sie ein doppeltes Spiel mit ihm? War die wunderschöne Tempelfamilie-Göttin am Ende eine gerissene Kunstdiebin? Er trat einen Schritt vor. „Maya, das ist Beweismittel. Wenn du damit gehst, bist du eine Kriminelle. Ich kann dich nicht laufen lassen.“

Maya blickte ihn lange an. Die Stille im Tempel war greifbar. Selbst Coco und Serafina saßen schweigend Pfote in Pfote auf einer Steinstufe und hielten den Atem an.

Plötzlich steckte Maya das Amulett ein, trat ganz nah an Alejandro heran und gab ihm einen sanften, flüchtigen Kuss auf die Wange. „Man kann eine Göttin nicht einsperren, Alejandro. Aber vielleicht sehen wir uns in Puerto Cabello wieder.“

Mit einem grazilen Sprung schwang sie sich an einer Liane nach oben. Auf ihren Pfiff hin bildete ein riesiger Schwarm von Dschungelvögeln eine undurchdringliche Wand aus Federn zwischen ihr und den Polizisten. Als sich der Vogelschwarm Sekunden später auflöste, waren Maya und Serafina wie vom Erdboden verschluckt.

Kapitel 14: Das große Finale im Hause Antonio

Zwei Tage später saß die Truppe wieder in der heimischen Küche in Puerto Cabello. Mutter Isabella hatte einen riesigen Berg dampfender Empanadas aufgetischt, hielt sich aber den Bauch vor Lachen, als Antonio und Alejandro die Geschichte erzählten.

„Eine Tempelgöttin! Schwarzes Haar, grüne Augen und sie befehligt Jaguare!“, johlte Isabella schallend und klopfte auf den Tisch. „Alejandro, mein Junge, ich wollte dich verkuppeln, aber du suchst dir direkt eine dschungelgeborene Meisterdiebin! Das ist ja noch besser!“

Alejandro saß mit einem verträumten Lächeln am Tisch, strich sich über die Wange, wo Maya ihn geküsst hatte, und biss schweigend in seine Empanada. Er wusste tief im Herzen, dass Maya keine böse Kriminelle war – und dass sie sich wiedersehen würden.

Antonio seufzte schwer, tunkte seine Empanada in scharfe Sauce und blickte zum Schreibtisch hinüber.

Dort saß Coco. Das Äffchen hatte seine leicht ramponierte Polizeimütze wieder auf, hielt ein Bild von Serafina in der linken Pfote und mampfte mit der rechten traurig eine Papaya. Er vermisste seine Affendame schrecklich. Doch als er merkte, dass Antonio ihn beobachtete, schluckte er den Bissen hinunter, steckte dem Polizeichef rotzfrech die Zunge heraus und salutierte stolz mit der klebrigen Pfote.

Antonio musste unwillkürlich grinsen. Er klopfte Alejandro auf die Schulter.

„Tja, Junge. Wer einen El Bandito einstellt, bekommt eben keinen Schäferhund. Und wer sich in eine Tempelgöttin verliebt, bekommt keine ruhigen Sonntage mehr. Aber weißt du was? Ich würde dieses Chaos gegen nichts in der Welt eintauschen.“

Alejandro grinste trocken und blickte hinaus auf den Hafen. „Ich auch nicht, Papa. Ich frage mich nur, ob wir sie jemals wiedersehen.“

Er musste nicht lange auf die Antwort warten. Genau in diesem Moment klopfte es leise, aber bestimmt an der Haustür. Alejandro hielt den Atem an, rannte in den Flur und öffnete die Tür.

Dort im fahlen Licht der Straßenlaterne stand sie. Maya. Ihr unendlich langes, schwarzes Haar bewegte sich sanft im Wind, und ihre smaragdgrünen Augen blitzten im Dunkeln. Doch sie trug keine Machete mehr und schwang sich nicht an Lianen. Sie trug eine elegante Brille, eine feine Lederjacke und hielt eine offizielle, versiegelte Aktenmappe des Nationalen Instituts für Anthropologie unter dem Arm. Auf ihrer Schulter saß Serafina, die beim Anblick von Alejandros weit aufgerissenen Augen sofort leise zu kichern begann.

Alejandro spürte, wie sein Herz einen heftigen Sprung machte. Seine schüchterne Ader drohte ihn kurz zu lähmen, aber er fing sich. Ein breites, glückliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Maya…“, hauchte er, trat einen Schritt zurück und machte eine einladende Handbewegung. „Bitte, komm doch rein. Ich… wir haben nicht damit gerechnet, dich so schnell wiederzusehen. Und schon gar nicht in ziviler Kleidung.“

Maya trat elegant über die Schwelle in den warm erleuchteten Flur. Sie verströmte immer noch diese majestätische Aura einer Tempelgöttin, doch als sie Alejandro ansah, lag ein ganz neues, weiches Funkeln in ihren Augen. Sie nahm die Brille ab und steckte sie in ihre Tasche.

„Danke, Alejandro“, sagte sie mit ihrer rauchigen, sanften Stimme und blickte ihn intensiv an. „Das verdeckte Spiel im Tempel war eine Notwendigkeit. Ich musste das Amulett sichern, bevor der Dschungel-König Schaden anrichtet. Aber ich laufe nicht gerne vor der Justiz davon. Erst recht nicht, wenn die Justiz so verdammt gut aussieht.“

Alejandro spürte, wie ihm die Hitze in die Wangen schoss, und er strich sich verlegen über den Kragen seines Diensthemdes. „Du bist also keine Kunstdiebin?“

„Ganz im Gegenteil“, erwiderte Maya lächelnd und klopfte auf die versiegelte Mappe in ihrer Hand. „Mein Name ist Dr. Maya Mendoza. Ich bin Archäologin. Und diese Mappe enthält eine offizielle Autorisierung der Regierung. Ich arbeite ab jetzt ganz offiziell mit der Polizei von Puerto Cabello zusammen.“

Sie trat einen halben Schritt näher an ihn heran, sodass er den Duft von wildem Jasmin riechen konnte. „Ich brauche deine Professionalität, Alejandro. Ich habe im Labor eine Entdeckung gemacht, die unser aller Hilfe erfordert. Ein neues, unheimlich spannendes Rätsel wartet auf uns im Nationalmuseum.“

„Ich bin bereit“, sagte Alejandro, und seine Schüchternheit verflog, ersetzt durch die Entschlossenheit eines Mannes, der soeben seine Bestimmung gefunden hatte. Er blickte ihr tief in die Augen. „Was auch immer auf uns zukommt, Maya – wir lösen es zusammen.“

„Darauf habe ich gehofft“, flüsterte sie und schenkte ihm ein Lächeln, das seine Knie weich werden ließ.

Hinter den beiden im Wohnzimmer brach in diesem Moment das absolute Chaos los. Coco war wie ein behaarter Blitz an Alejandro vorbeigeschossen, stieß ein ohrenbetäubendes „Chii-chii-ahh!“ aus und schloss Serafina mitten in der Luft in die Arme. Die beiden Affen kugelten sich vor Glück über den Teppich.

Aus der Küche ertönte Antonios donnernde Stimme, gefolgt von Isabellas herzlichem Lachen: „Alejandro! Wer steht denn da an der Tür? Bring unseren Gast herein, die Empanadas sind noch warm!“

Maya blickte zu Alejandro, reichte ihm ihre Hand, und als sich ihre Finger ineinander verflochten, spürten beide, dass dies der Beginn von etwas ganz Großem war.

Die Akte war geöffnet. Das größte, ehrlichste und spannendste Abenteuer des frischgebackenen Ermittler-Quartett war soeben offiziell besiegelt.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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