Es ist eines der größten Missverständnisse unserer Gesellschaft, dass wir es jedem recht machen müssten.

Wir rennen der Bestätigung anderer hinterher, verbiegen uns für ein wenig Anerkennung und lassen uns manchmal von den Meinungen fremder Menschen den ganzen Tag vermiesen. Dabei vergessen wir allzu leicht, dass unser eigener Wert nicht davon abhängt, wie andere uns sehen.

Ich habe beschlossen, dieses Spiel nicht mehr mitzuspielen.

Es ist mir egal, was Menschen hinter meinem Rücken über mich erzählen, die mich weder wirklich kennen noch verstehen wollen. Denn am Ende des Tages weiß ich selbst am besten, wer ich bin.

Ich kenne meine Werte, meine Fehler und meine Stärken. Ich weiß, dass ich nicht vollkommen bin, und erhebe auch gar keinen Anspruch darauf.

Wer ein festes Fundament in sich selbst hat, braucht keinen Applaus von den Rängen.

Ich muss niemandem etwas beweisen, um wertvoll zu sein. Und ich muss mich auch nicht ständig erklären, nur damit andere mit meinem Leben einverstanden sind.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ich keine Kritik annehme oder mir die Gefühle anderer Menschen gleichgültig wären. Im Gegenteil. Ich höre gerne zu, betrachte unterschiedliche Perspektiven und bin durchaus bereit, meine eigene Haltung zu hinterfragen.

Aber zwischen ehrlicher Kritik und respektloser Verurteilung liegt ein gewaltiger Unterschied.

Natürlich läuft auch mein Leben nicht immer nach Wunsch. Schwierigkeiten, Enttäuschungen und schmerzhafte Erfahrungen gehören nun einmal dazu.

Doch Probleme sind für mich keine Stoppschilder, sondern Wegweiser. Manchmal zwingen sie uns dazu, unsere Richtung zu überdenken, neue Entscheidungen zu treffen oder einen Weg zu verlassen, der uns längst nicht mehr guttut.

Ich begegne solchen Herausforderungen nach Möglichkeit lieber mit einem Lächeln, als mich dauerhaft von ihnen beherrschen zu lassen.

Nicht, weil mir alles leichtfällt. Nicht, weil ich keinen Schmerz empfinde. Sondern weil ich weiß, dass selbst schwierige Situationen nicht darüber bestimmen müssen, wie ich mein weiteres Leben gestalte.

Und was ist mit den Menschen, die uns enttäuschen, verletzen oder hinter unserem Rücken reden?

Was ist mit Rache?

Nein.

Rache ist ein zweischneidiges Schwert, das häufig vor allem denjenigen verletzt, der es führt.

Ich möchte meine wertvolle Lebenszeit nicht damit verschwenden, Menschen etwas heimzuzahlen, deren Verhalten mir bereits genug Kraft geraubt hat.

Ich muss niemanden bestrafen, um mich selbst zu schützen.

Meine Konsequenz ist eine andere: Wenn ich erkenne, dass mir ein Mensch dauerhaft nicht guttut, entferne ich ihn aus meinem Leben.

Nicht aus einer Laune heraus. Nicht wegen einer Meinungsverschiedenheit oder eines einzelnen Fehlers. Sondern dann, wenn ich nach reiflicher Überlegung erkenne, dass eine Verbindung mehr Schaden anrichtet, als sie meinem Leben noch Gutes schenkt.

Und ja, manchmal geschieht das sogar dann, wenn ich noch etwas für diesen Menschen empfinde.

Denn Gefühle allein sind kein Grund, an etwas festzuhalten, das uns immer wieder verletzt.

Man kann einen Menschen lieben und trotzdem gehen. Man kann ihn vermissen, schöne Erinnerungen bewahren und dennoch wissen, dass der gemeinsame Weg zu Ende ist.

Das ist vielleicht der schwierigste Teil der Kunst des Löschens.

Einen Kontakt zu beenden, ist häufig leichter, als einen Menschen aus seinen Gedanken zu verabschieden. Das Herz braucht manchmal länger, um zu begreifen, was der Verstand längst erkannt hat.

Aber auch das gehört zum Loslassen.

Ich muss meine Gefühle nicht verleugnen, um eine Entscheidung zu treffen, die mir guttut.

Ich darf traurig sein und trotzdem konsequent bleiben.

Ich darf mich erinnern, ohne zurückzukehren.

Und ich darf einen Menschen aus meinem Leben entlassen, ohne ihm etwas Böses zu wünschen.

Aus meinem Leben. Aus meinen Gedanken. Aus meiner Zukunft.

Nicht unbedingt von heute auf morgen. Aber Schritt für Schritt. Und wenn es sein muss, endgültig.

Das ist für mich kein Akt der Rache, sondern ein Akt der Selbstliebe.

Manchmal besteht die größte Stärke nicht darin, eine Tür immer wieder zu öffnen, sondern darin, sie eines Tages ganz bewusst und ohne großes Aufsehen zu schließen.

Nicht jeder Mensch, der einmal einen Platz in unserem Herzen hatte, muss ihn für immer behalten.

Unsere Zukunft ist zu wertvoll, um sie ständig mit den Verletzungen der Vergangenheit zu belasten.

Deshalb schenke ich meine Zeit, meine Aufmerksamkeit und meine Zuneigung lieber den Menschen, mit denen gegenseitige Wertschätzung möglich ist.

Und den Rest?

Den lasse ich los. Nicht, weil ich nichts mehr empfinde, sondern weil ich auch mir selbst etwas schuldig bin: ein Leben, in dem ich mich wohlfühlen darf.

Dana Stella Schuhr ⭐

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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