Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Kurzgedichte

  • Das Eis

    Das Eis Kein warmer Hauch. Ein starrer Fluss. Ein grauer Rauch. Der letzte Kuss. Die Kälte schneidet. Das Land wird weiß. Was niemand leidet. Das nackte Eis. Kein Herzschlag bebt. Kein Ruf erschallt. Was eben lebt. Wird stumme Gestalt. Der Himmel blei. Die Erde Glas. Kein Hilfeschrei. Kein Augenmaß. Das Schweigen wächst. Die Zeit erfriert.…

  • Die Wahrheit

    Die Wahrheit Kein Schleier mehr. Ein kahler Raum. Das Licht so schwer. Kein sanfter Traum. Die Maske fällt. Der Spiegel bricht. Was dich entstellt. Im nackten Licht. Kein Ausweg bleibt. Kein Trug, kein Schein. Was sich einschreibt. In Mark und Bein. Das Wort ist hart. Die Sicht ist klar. In deiner Art. Was immer war.…

  • Das Maß

    Das Maß Kein krummes Maß. Ein scharfes Schwert. Was du besaß‘. Was nichts mehr wert. Die Waage schwankt. Der Balken biegt. Wo Unrecht dankt. Wo Wahrheit liegt. Ein bittrer Kelch. Ein klarer Stand. Kein „Oder welch“. In deiner Hand. Du siehst den Riss. Du spürst die Not. Die Finsternis. Das Abendrot. Kein Kompromiss. Kein falscher…

  • Das Unverrückbare Kein falsches Wort. Kein krummer Gang. An jedem Ort. Der eigne Klang. Das Glas ist klar. Der Blick ist echt. Was immer war. Was immer recht. Kein Maskenspiel. Kein glattes Sein. Ein hohes Ziel. Ein harter Stein. Man bricht dich nicht. Man biegt dich kaum. Im hellen Licht. Im engen Raum. Die Welt…

  • Der Fokus

    Der Fokus Kein Zaudern mehr. Ein klarer Strahl. Ein weites Meer. Die freie Wahl. Das Ziel steht fest. Die Welt wird schmal. Was du verlässt. Im Sonnenstrahl. Ein Feuer brennt. Ein heller Drang. Wer keine Grenzen kennt. Im Siegesklang. Die Kraft fließt rein. Der Rhythmus stimmt. Ein pures Sein. Das alles nimmt. Kein Hindernis. Kein…

  • Das Durchhalten Kein leichter Schritt. Ein harter Gang. Nimm alles mit. Im harten Zwang. Die Sohle brennt. Der Atem flach. Wer keine Grenzen kennt. Im eignen Krach. Der Wind bläst stur. Das Herz schlägt laut. Auf deiner Spur. Die nackte Haut. Kein Ende nah. Kein Ziel in Sicht. Was eben war. Im fahlen Licht. Ein…

  • Das Amen

    Das Amen Kein Ton mehr wach. Ein schwerer Schnitt. Das Gestern ach. Der letzte Tritt. Die Flut steht still. Das Netz zerreißt. Wer nicht mehr will. Wer Eis nun heißt. Die Wand ist dicht. Der Kreis ist zu. Kein fremdes Licht. Nur nackte Ruh. Ein tiefer Fall. Ein fester Halt. In jedem Fall. Die Urgestalt.…

  • Das Labyrinth

    Das Labyrinth Kein Ja, kein Nein. Ein steter Strom. Ein tiefes Sein. Ein hohler Dom. Was wäre wenn. Was wäre dann. Kein Ziel zum Renn‘. Kein Wo und Wann. Ein Netz aus Licht. Ein Knoten Schmerz. Was in dir spricht. Dein schweres Herz. Die Antwort flieht. Die Frage bleibt. Wer Muster sieht. Wer Kreise treibt.…

  • Anders getaktet Kein Gleichschritt hier. Ein fremder Schlag. In dir, in mir. An jedem Tag. Die Welt tickt flach. Die Welt tickt rund. Du liegst noch wach. Im tiefen Grund. Sie gehn im Chor. Sie sprechen gleich. Ein taubes Ohr. Ein stummes Reich. Dein Puls rast vor. Dein Herz schlägt nach. Ein offnes Tor. Ein…

  • Der Takt

    Der Takt Kein Gleichschritt hier. Ein fremder Schlag. In dir, in mir. An jedem Tag. Die Welt ist glatt. Die Welt ist rund. Du bist das Blatt. Der tiefe Grund. Sie sprechen leis. Du hörst den Schrei. Ein kalter Eis. Ein wilder Mai. Ein schräger Ton. Ein falscher Glanz. Dein stolzer Hohn. Dein eigener Tanz.…

  • Der Aufprall

    Der Aufprall Ein jäher Riss. Ein dumpfer Schlag. Die Finsternis. Der helle Tag. Der Körper bebt. Der Durst erwacht. Was eben lebt. In tiefer Nacht. Die Uhr schlägt zu. Die Zeit kehrt heim. Kein Bild, kein Du. Nur Schmerz und Keim. Ein starrer Nacken. Ein müder Blick. In kalten Zacken. Das Ich zurück. Die Welt…

  • Der Stillstand Kein Hunger beißt. Kein Durst, der brennt. Was in dir reißt. Was niemand kennt. Die Uhr steht still. Der Tag entflieht. Wer nur noch will. Wer nichts mehr sieht. Der Raum verschwimmt. Die Wand wird Glas. Was dich bestimmt. In Übermaß. Ein starrer Geist. Ein kalter Flug. Was dich zerreißt. Im tiefen Zug.…

  • Der Tunnel

    Der Tunnel Kein Blick zur Seite. Ein enger Pfad. Die ferne Weite. Das scharfe Rad. Die Welt verblasst. Der Lärm verstummt. Was du erfasst. Was in dir summt. Kein Hunger quält. Kein Schlaf, der ruft. Was für dich zählt. In tiefer Kluft. Ein einziger Punkt. Ein steiler Hang. Der Funke funkt. Im harten Zwang. Die…

  • Der Ausbruch

    Der Ausbruch Kein Halten mehr. Die Schleuse bricht. Ein Farbenmeer. Ein grelles Licht. Es sucht die Bahn. Es reißt das Wort. Ein wilder Wahn. An jedem Ort. Das Muster glüht. Die Welt wird neu. Was in dir blüht. Was scheut das Blei. Ein roher Guss. Die Form entsteht. Ein tiefer Fluss. Der nie vergeht. Das…

  • Der Nachhall

    Der Nachhall Kein Schrei mehr laut. Ein stumpfer Rest. Die kalte Haut. Das leere Nest. Die Flut zieht ab. Das Land liegt brach. Ein offnes Grab. Das Beben nach. Kein Wille treibt. Der Akku leer. Was von dir bleibt. Ein schweres Meer. Das Echo schweigt. Die Welt steht still. Wer sich hier beugt. Wer nicht…

  • Die Belagerung Kein Stein bleibt stehn. Ein stummes Heer. Kein Fliehen, Gehn. Ein graues Meer. Es greift den Puls. Es klammert fest. Kein sanfter Puls. Ein Gift im Nest. Der Boden weicht. Die Wand rückt nah. Kein Ton erreicht. Nur das, was war. Ein kalter Schweiß. Ein enger Ring. Der Atem heiß. Das dunkle Ding.…

  • Die Spannung

    Die Spannung Kein sanftes Licht. Ein greller Blitz. Was in dir bricht. Der Funkensitz. Das Netz ist eng. Der Draht vibriert. Im harten Zwang. Was dich regiert. Ein Summen schwillt. Die Luft steht stramm. Was dich erfüllt. Der stille Gramm. Kein Schutz, kein Halt. Die Ladung fließt. Mit Urgewalt. Die dich genießt. Kein Widerstand. Nur…

  • Das Gesetz

    Das Gesetz Kein süßer Wein. Kein leichter Tanz. Ein Brennen, rein. Ein nackter Glanz. Sie fordert viel. Sie nimmt sich ganz. Kein falsches Spiel. Kein Firlefanz. Sie bricht den Wall. Sie öffnet weit. In jedem Fall. In Ewigkeit. Du bist die Beute. Du bist der Jäger. Nicht nur für heute. Dein ewiger Träger. Was dich…

  • Der Anker

    Der Anker Kein fester Beweis. Kein Wort aus Stein. Auf dünnem Eis ganz tief allein. Doch tief im Mark, ein leises Ja. Das macht dich stark, wenn nichts mehr nah. Ein Seil im Wind. Ein Licht im Schacht. Wie blind- ein Kind, durch schwarze Nacht. Du lässt dich fall’n. Du gibst dich hin. In allen…

  • Der Kern

    Der Kern Kein Wort, das hilft. Kein Bild, das tröstet. Was dich vergilbt. Was dich entblößt. Es pocht im Takt. Es brennt im Geist. Die Wahrheit nackt, die dich zerreißt. Du weichst nicht aus. Du hältst ihn aus. Das hohle Haus. Der stille Graus. Er ist der Grund. Er ist die Spur. Im tiefsten Schlund…