Manchmal klammern wir uns an die Bruchstücke einer Vergangenheit, einer Hoffnung oder einer Beziehung – in der stillen Erwartung, dass die Zeit den Schmerz lindert und sich das Zerbrochene vielleicht doch noch zusammenfügt.

Doch Heilung finden wir nicht in den Scherben, an denen wir uns immer wieder verletzen. Sie beginnt dort, wo wir den Mut aufbringen, unsere Hand zu öffnen und loszulassen.

Die folgenden Zeilen erzählen von diesem schweren, aber befreienden Weg: dem Loslassen.

Das Loslassen

Du hältst die Scherbe in der Hand,
sie brach vor einer langen Zeit.
Ein scharfes, gläsernes Gewand,
das tief in deine Haut sich schneidet.

Es brennt der Schmerz, die Wunde klafft,
doch deine Finger schließen fest.
Woher nimmst du die bittere Kraft,
die dich das Glas nicht lassen lässt?

Du hoffst so sehr, dass Zeit verheilt,
was längst in Trümmer stürzte ein.
Dass sich das Glas, das dich zertrennt,
durch Warten wieder fügen kann.

Doch jeder Augenblick vergeht,
in dem du fester noch umschließt.
Der Wind der Hoffnung längst verweht,
während dein Blut zu Boden fließt.

Du wartest auf ein spätes Wort,
das dir erklärt, warum es brach.
Auf Einsicht, die schon lange fort,
und auf ein Echo im Gemach.

Doch Heilung wohnt nicht in dem Schmerz,
der tief in deiner Seele klingt.
Sie findet ihren Weg ins Herz,
wo leise neue Kraft entspringt.

Die Scherben werden nie mehr eins,
sie schneiden nur, wenn du sie hältst.
Vergiss im Schatten des Gesteins
nicht, wer du bist in dieser Welt.

Lass endlich los, was dich verletzt,
öffne die Hand und atme ein.
Nicht, weil es dir nun nichts bedeutet,
nur um dir selbst treu zu sein.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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