Stille Nacht, kriminelle Nacht: Wie Pedro das Weihnachtsfest rettete

Es war ein bitterkalter, aber wunderschön sonniger Dezembermorgen in dem kleinen portugiesischen Dorf in den Hügeln hinter Porto. Die Gassen waren festlich mit Tannengrün geschmückt, und überall duftete es nach Zimt, Zucker und den frisch gebackenen Bolo Rei aus der Dorfbäckerei. Eigentlich herrschte friedliche Weihnachtsstimmung. Wäre da nicht Pedro gewesen.

Pedro war das einzige portugiesische Lama des Dorfes. Er besaß den permanenten Gesichtsausdruck eines Mannes, der seit exakt 400 Jahren in seiner Genetik, zutiefst von der gesamten Menschheit enttäuscht war und beschlossen hatte, seine Kritik künftig einfach auszuspucken. Zudem hatte er einen markanten Schönheitsfehler: Er schielte so extrem, dass er mit dem einen Auge sein Gegenüber fixieren konnte, während das andere vermutlich gerade die spanische Grenze überwachte. Und Pedro hatte ein kriminelles Hobby. Er liebte es, die Post zu klauen.

Der arme Postbote Manuelito hatte wegen dieses Tieres längst ein festes, hochkomplexes Sicherheitsverfahren entwickelt. Er stellte sein gelbes Fahrrad am Dorfplatz ab, nahm die schwere Posttasche grundsätzlich auf die Pedro-abgewandte Seite und kontrollierte misstrauisch die Umgebung. Nichts zu sehen. Kein schielender Lama-Kopf weit und breit. Beruhigt öffnete Manuelito das erste Gartentor.

ZACK.

Aus einem völlig absurden Winkel – vermutlich war er flach wie eine Flunder hinter einer spärlich gewachsenen Palme hervorgeschossen – tauchte Pedro auf. Ein kurzes Schnappen, und schon stand das Lama drei Meter weiter. Ein dicker, wichtiger Weihnachtsbrief steckte quer in seinem Maul. Manuelito starrte ihn fassungslos an.

„PEDRO! Gib mir sofort den Brief zurück!“, brüllte der Postbote durch die Gasse.

Pedro stand einfach nur da. Er kaute demonstrativ und extrem langsam auf dem Papier herum. Mit dem linken Auge blickte er Manuelito mitten in die Seele, mit dem rechten scannte er die Wolken. Er dachte überhaupt nicht daran, irgendetwas herauszugeben. Längst kannte das gesamte Dorf den Spruch: „Wenn dein Brief im Advent nicht angekommen ist, frag zuerst Pedro.“

„PEDRO!“, schrie Manuelito noch einmal und machte einen drohenden Schritt nach vorne.

Pedro hielt mitten in der Kaubewegung inne. Er schielte Manuelito aus zwei völlig verschiedenen Himmelsrichtungen an. Dann tat er etwas Ungeheuerliches: Er blieb kurz ganz ruhig stehen, kackte mitten auf das historische Kopfsteinpflaster, und in seinem kleinen Lama-Gehirn leuchtete schlagartig nur noch eine einzige, neongelbe Meldung auf: FLUCHTMODUS.

Mit wehenden Ohren galoppierte das kriminelle Vieh los. Manuelito schwang sich, völlig außer sich vor Wut, auf sein Fahrrad und trat in die Pedale. Eine wilde Verfolgung durch die weihnachtlichen Gassen begann. Pedro fegte um die Ecken, nahm im Vorbeigehen zwei hölzerne Blumentöpfe mit und riss mit dem Hinterteil einen prächtigen Weihnachtskranz von einer Haustür. Die Dorfbewohner sprangen entsetzt zur Seite.

Und dann kam Juanita.

Juanita war sieben Jahre alt, die Tochter der Dorfbäckerin Maria, und sie maß vermutlich gerade einmal die Hälfte von Pedros Schulterhöhe. Aber sie war die einzige Person im gesamten Distrikt, vor der dieses pelzige Monster tiefen, ehrlichen Respekt hatte. Sie trat einfach aus der Bäckerei und stellte sich mitten auf die Straße.

„Pedro“, sagte sie mit leiser, aber absolut unmissverständlicher Autorität.

Vollbremsung! Die Hufe des Lamas quietschten auf den Steinen. Manuelito hing fünfzig Meter weiter hinten keuchend und völlig fertig über seinem Fahrradlenker. Maria schaute kopfschüttelnd aus dem Bäckereifenster, und das halbe Dorf starrte gebannt aus den Fenstern.

Juanita stemmte die Hände in die Hüften und fixierte das Lama. Pedro schielte mit aller Kraft zurück. Zehn Sekunden herrschte absolute, bleierne Stille im Dorf. Man hörte nur das ferne Meeresrauschen und Manuelitos asthmatisches Schnaufen.

Dann senkte dieses Mistvieh den Kopf. Mit hängenden Ohren und dem schlechten Gewissen eines ertappten Schuljungen trottete Pedro Schritt für Schritt auf das kleine Mädchen zu. Sanft ließ er den völlig durchgekauten, aber immerhin noch lesbaren Weihnachtsbrief in ihre offene Hand fallen.

Manuelito sah sie verwundert an und fragte: „Du belohnst ihn nicht etwa dafür auch noch für diese Aktion?!“

„Natürlich. Er hat doch die Post zurückgegeben.“ Erwiderte Juanita entrüstet mit Unverständnis zu Manuelitos Verzweiflung.

Und Pedro? Der guckte unschuldig drein und kaute zufrieden in zwei Richtungen und war vermutlich der Auffassung, dass sein Geschäftsmodell hervorragend funktionierte.

Bei Juanita hätte Pedro im Leben niemals etwas geklaut. Im Gegenteil. Als sie am nächsten Morgen, es war drei Tage vor Heiligabend, mit ihrer kleinen Schultasche aus dem Haus trat, stand er schon an der Ecke bereit. Er stupste sie vorsichtig an der Schulter und begleitete sie den ganzen Weg bis zum Schultor – stolz, wachsam und als ihr ganz persönlicher, schielender Leibwächter.

Kapitel 1: Das Lotterie-Glück und der Neid

Zwei Tage vor Heiligabend passierte das Unfassbare. In der Backstube war es brütend heiß, und Maria stand gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa, die extra zur Unterstützung angereist war, knietief im Mehl. Plötzlich flog die Tür auf. Manuelito stürmte herein. Seine Posttasche schlenkerte wild umher, seine Mütze saß schief und seine Hände zitterten so stark, dass die offizielle Ziehungsliste der portugiesischen Weihnachtslotterie im Luftzug raschelte.

„Maria! Rosa! Macht … macht sofort den Ofen aus!“, schrie er mit fistelnder Stimme.

„Manuelito, was ist denn los? Brennt es?“, fragte Rosa alarmiert und hob das Nudelholz.

„Nein! Hört zu!“, Manuelito stellte sich direkt vor den großen Backofen, hielt das Papier so nah an seine Brille, dass er fast hineinkroch, und las mit bebender Stimme vor: „Losnummer 4-7-9-2-1! Maria, das ist dein Los!“

Maria hielt mitten in der Bewegung inne. Ein riesiger Klumpen Hefeteig entglitt ihren Händen und landete mit einem dumpfen Klatsch auf dem Boden. „Der … der Hauptgewinn?“

„Der Hauptgewinn!“, jubelte Manuelito und warf vor Begeisterung ein Dutzend unausgelieferte Werbeprospekte in die Luft. „Ihr seid reich! Steinreich!“

Rosa stieß einen gellenden Schrei aus, packte Manuelito an den Schultern und wirbelte den völlig überrumpelten Postboten im Kreis herum. Maria sackte auf einen Mehlsack und starrte fassungslos an die Decke.

Die Nachricht vom unermesslichen Reichtum der Bäckerin verbreitete sich wie ein Lauffeuer im ganzen Distrikt. Während die Dorfbewohner sich ehrlich mit ihnen freuten, rief der plötzliche Geldsegen im Nachbarort weniger feine Geister auf den Plan. Drei halbstarke, zwielichtige Jugendliche, die sonst nur Mopeds frisierten und Zigaretten hinter der Tankstelle klauten, sahen ihre Chance. Ihr Plan war feige und finster: Sie wollten die kleine Juanita auf dem Heimweg abfangen, entführen und ein horrendes Lösegeld erpressen.

Kapitel 2: Der fiese Entführungsversuch und Pedros Rache

Am nächsten Nachmittag lag ein dichter, nasskalter Winternebel über den Hügeln. Juanita lief ahnungslos die einsame Gasse hinter dem Olivenhain entlang, die Schultasche auf dem Rücken. Dicht hinter ihr trottete Pedro. Er wirkte wie immer schläfrig, doch trügte der Schein. Sein linkes Auge scannte den Boden nach essbaren Blättern ab, während sein rechtes Auge misstrauisch drei Gestalten fixierte, die hinter einer alten Steinmauer hervortraten.

Die Halbstarke lauerten, wie zuvor geplant, Juanita auf dem Heimweg auf. Doch sie hatten die Rechnung ohne Pedro gemacht, der sein geliebtes Mädchen abgöttisch liebte und keine Sekunde von ihrer Seite wich.

„Na, kleine reiche Prinzessin?“, grinste der Anführer der Bande, ein Typ mit fettiger Lederjacke. „Du kommst jetzt mal schön mit uns. Deine Mama hat doch sicher ein paar Scheine für dich übrig.“

Die Jugendlichen umzingelten das Mädchen. Juanita wich erschrocken zurück. „Lasst mich in Ruhe!“

Pedro begriff die Situation blitzschnell. In seinem Kopf schaltete die neongelbe Anzeige von „Dösen“ direkt auf „VERNICHTUNGSMODUS“. Natürlich nicht wortwörtlich gemeint, aber Strafe musste sein!

Pedro baute sich vor Juanita auf. Er zog die Oberlippe so weit nach oben, dass seine gelblichen, furchteinflößenden Zähne zum Vorschein kamen. Er holte tief Luft. Seine Flanken blähten sich auf wie ein Blasebalg. Er sammelte alles, was sein Magen an saurem, gärendem Gras und halb verdauten Weidenrinden zu bieten hatte.

PFFF-CHRRRR-SPROUTZ!

Mit der Präzision eines Scharfschützen und der Wucht eines Feuerwehrschlauchs feuerte Pedro eine gigantische Ladung grün-grauen, unerträglich stinkenden Lama-Schlamms, mitten in die Gesichter der beiden vorderen Jugendlichen. Sie taumelten schreiend zurück, hielten sich die brennenden Augen und spuckten den unappetitlichen Brei fluchend wieder aus. „Igitt! Das Vieh hat mich bespuckt! Es stinkt nach verfaultem Brokkoli!“

Der dritte Angreifer, ein hagerer Kerl, gab noch nicht auf. Während seine Kumpels blindwütig das Weite suchten, versuchte er, sich von hinten an Juanita heranzuschleichen. Doch Pedros rechtes Auge hatte die spanische Grenze – und somit die Flanke – lückenlos überwacht.

Ohne sich komplett umzudrehen, verkeilte Pedro die Vorderhufe im Boden, schätzte die Distanz perfekt ab und trat mit den Hinterbeinen nach hinten aus wie ein wild gewordenes Mustang-Fohlen. WUMMS! Der Huf traf den Hintern des Jugendlichen so präzise und heftig, dass dieser im hohen Bogen in einen dornigen Brombeerbusch flog. Mit zerrissener Hose und laut jammernd rappelte er sich auf und rannte seinen stinkenden Kameraden hinterher, so schnell ihn seine Beine trugen.

Pedro schnaubte einmal verächtlich, schüttelte das Fell glatt und stupste Juanita sanft an, als wäre rein gar nichts passiert.

Kapitel 3: Manuelitos tollpatschige Bäckerei-Hilfe

Als das Dorf von der heldenhaften Rettung erfuhr, wurde Pedro wie ein König gefeiert. Manuelito, der sich seit dem Lotteriegewinn auffällig oft in der Bäckerei herumtrieb – rein geschäftlich, wie er betonte –, wollte Maria imponieren. Da die Bäckerei wegen des Weihnachtsgeschäfts völlig überlaufen war, bot er seine Hilfe an.

„Ich kann Teig kneten!“, verkündete Manuelito stolz, krempelte die Ärmel hoch und schlug mit voller Wucht auf einen riesigen Berg Brotteig ein.

Puff. Eine riesige Mehlwolke explodierte. Manuelito sah augenblicklich aus wie ein Schlossgespenst.

Rosa stand an der Arbeitsplatte, hielt sich den Bauch vor Lachen und rief: „Mensch, Manuelito! Das ist Hefeteig und kein Postsack, den du in den Transporter werfen musst! Sanftheit ist gefragt!“

Maria trat schmunzelnd hinter ihn, legte ihre Hände auf seine mehligen Unterarme und führte seine Bewegungen. „Schau, so geht das. Ganz rhythmisch.“

Manuelito lief rot an – was man unter der dicken Mehlschicht zum Glück nicht sah – und vergaß vor lauter Herzklopfen prompt das Atmen. Er stellte sich jedoch so ungeschickt an, dass er kurz darauf den Rührbesen fallen ließ, der den restlichen Teig quer an die Wand und in Rosas Haare beförderte.

„Wenn du Briefe genauso zustellst, wie du backst, wundert mich bei Pedro gar nichts mehr!“, feixte Rosa und zupfte sich ein Stück Teig aus den Augenbrauen.

Draußen vor dem großen Backstubenfenster stand Pedro. Er beobachtete Manuelitos Annäherungsversuche höchst misstrauisch. Sein linkes Auge funkelte eine Warnung in Richtung des Postboten, während sein rechtes Auge den Teig auf der Fensterbank inspizierte. Pedro kaute langsam und schien Manuelito nonverbal mitzuteilen: Ich sehe alles, Briefträger. Alles!

Kapitel 4: Der neue Held des Dorfes – Eine Chronik von Pedros schrägen Geschenken

Nach dieser Heldentat wurde Pedro im ganzen Distrikt gefeiert. Sogar Postbote Manuelito spendierte ihm eine Kiste saftige Äpfel. Die Entführung war abgewendet und Pedros kriminelle Karriere als Postdieb endgültig vorbei. Der Schock und der Ruhm veränderten das Lama: Pedro rührte ab diesem Tag keinen einzigen Weihnachtsbrief mehr an. Sein kriminelles Hobby war Geschichte.

Doch seine diebische Energie brauchte ein neues Ventil. Dafür entwickelte er eine neue, absolut skurrile Angewohnheit. Jeden Morgen, wenn er Juanita zur Schule abholte, brachte er ihr ein „Geschenk“ mit. Es war nie ein Brief, sondern stets das Absurdeste, was er auf den Höfen der Umgebung stibitzen konnte.

Im Dorf blieb kein Auge trocken vor Lachen, wenn Pedro stolz schielend mit seiner täglichen Beute durch die Gassen marschierte. Da er Juanita so sehr liebte, beschloss er, ihr jeden Morgen vor der Schule ein „Geschenk“ zu bringen. Das Problem war nur: Pedro hatte den Geschmack eines schielenden Lamas.

Die Woche vor Weihnachten ging als die skurrilste Chronik in die Dorfgeschichte ein:

  • Montag: Pedro stolzierte im Morgengrauen an Juanitas Haustür und ließ ein prachtvolles, seidenes, leuchtend rotes Unterhemd aus dem Maul fallen. Es gehörte der resolute Nachbarin Dolores, die es seit fünf Jahren wie ihren Augapfel hütete.
  • Dienstag: Ein wildes Gegacker weckte die Familie. Pedro stand im Hof und hielt eine lebendige, völlig hysterische braune Henne im Maul – vorsichtig am Gefieder gepackt. Der Dorfpfarrer vermisste sein bestes Eierhuhn schmerzlich.
  • Mittwoch: Das absolute Highlight. Pedro präsentierte Juanita eine kleine, glitzernde Plastikdose. Als Maria sie öffnete, stieß sie einen Schrei aus. Darin befand sich das künstliche Gebiss des alten Fischers Joao, das dieser zum Trocknen auf die Fensterbank gelegt hatte. Joao musste den ganzen Tag Suppe essen, bis Juanita ihm sein Lächeln hochrot vor Scham zurückbrachte.

Das große Finale am Heiligabend

Dank des Lotteriegewinns hatten Maria und Rosa die Bäckerei komplett modernisiert und erweitert. Rosa war nun fest eingestiegen. Die beiden Schwestern wechselten sich im Laden ab, sodass immer jemand Zeit für Juanita hatte. Und Pedro? Der hatte direkt neben der warmen Backstube einen nagelneuen Luxusstall bekommen, komplett mit weicher Einstreu, einer automatischen ,,Bürsten-Massage-Station“ und einer stets mit frischem Heu gefüllten Krippe.

Am Heiligabend versammelten sich alle im festlich geschmückten Verkaufsraum. Manuelito war auch da. Er trug seinen besten Sonntagsanzug und hatte die Haare streng zurückgekämmt. Er war kein einfacher Postbote mehr für Maria; die beiden waren in den letzten Wochen ein Paar geworden.

Er trat zu Maria an den Ofen, nahm ihre Hand und sagte leise: „Ich habe heute die schönste Lieferung meines Lebens bekommen, Maria. Und ich brauche keine Briefmarke mehr, um glücklich zu sein.“ Maria lächelte glücklich und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange.

„Oh, wie romantisch!“, rief Rosa von der Theke und wischte sich eine gespielte Träne aus dem Augenwinkel. „Wenn das so weitergeht, Manuelito, musst du bald deine Route ändern und direkt hier einziehen. Wir können in der Bäckerei ohnehin starke Arme gebrauchen – vor allem, um Pedros tägliche Beute wegzuräumen.“

In diesem Moment stupste etwas Großes, Pelziges von hinten gegen Manuelitos Schulter. Der Postbote erschrak kurz, starrte dann aber fassungslos auf das, was Pedro ihm gerade stolz auf den Schoß legte. Es war eine neonpinke, sichtlich gebrauchte Badekappe.

„Ist das … ist das nicht die Badekappe von Pfarrer Gabriel?“, fragte Manuelito mit zuckenden Mundwinkeln.

„Doch!“, rief Juanita aus und hielt sich vor Lachen den Bauch. „Die hat er gestern auf seiner Wäscheleine vermisst! Oh Pedro, im ganzen Dorf bleibt wegen dir kein Auge trocken!“

Das gesamte Dorf stimmte in das schallende Gelächter ein. Pedro kaute zufrieden in zwei verschiedene Himmelsrichtungen, sichtlich stolz auf sein neues, absolut florierendes Geschäftsmodell als dörflicher Geschenkebringer.

Als die Kirchenglocken des kleinen Dorfes zur Christmette läuteten und das warme Licht der Kerzen durch die Scheiben brach, hoben alle ihre Gläser. Sie blickten auf das schielende Lama, das mit dem linken Auge den Weihnachtsbaum und mit dem rechten das Buffet fixierte. Rosa goss heißen Kakao ein, während Juanita auf dem Boden saß und Pedro mit einer großen, roten Weihnachtsschleife dekorierte. Pedro lag majestätisch auf seiner neuen Decke, genoss die Wärme und kaute im Kreis. Das Weihnachtsfest war gerettet, die Liebe hatte gesiegt, und das schielendste Lama Portugals lag später zufrieden in seinem neuen Luxus-Stall – bereit, auch im nächsten Jahr über seine Familie zu wachen.

„O Pedro e a sua família desejam a todos um Feliz Natal!“ („Pedro und seine Familie wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest!“)

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

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