Ein Jahr zog zäh am Horizont vorbei,
ich dachte, Zeit macht meine Seele frei.
Ich redete mir ein, die Spur verweht,
doch spür ich, wie dein Geist durchs Zimmer geht.
Ein Lied, ein Duft, ein Ort im fahlen Licht,
ein Blick zum Himmel – und dein Angesicht
ist plötzlich nah, als wärst du nie gegangen,
als hielte mich das Gestern noch gefangen.
Vielleicht, weil du nicht nur ein Gast mir warst,
weil du mein Herz so tief in dir bewahrst.
Es gibt Verbindungen, die kein Lebewohl besiegt,
weil wahre Liebe jenseits aller Grenzen liegt.
Ein Teil von mir will neue Wege wagen,
doch einer will die alte Sehnsucht tragen.
Du bist ein Kapitel, das mein Leben schreibt,
ein Wort in mir, das unauslöschlich bleibt.
Ich frag mich leise, wenn die Welt mal schweigt:
Spürst du es auch, wenn sich der Tag nun neigt?
Bin ich für dich nur ferner Staub im Wind,
während deine Worte meine Sterne sind?
Vielleicht warst du für immer nicht gedacht,
doch hast du mir ein wahres Licht gebracht.
Du bleibst in mir – kein Schmerz und keine Wunde,
als Seelenstück in jeder neuen Stunde.
Ein Jahr vergeht, die Welt dreht sich im Kreis,
doch tief im Herzen bleibt die Spur ganz heiß.
Die Zeit heilt nicht, sie lehrt uns nur zu gehen
und mit dem Gestern im Heute zu bestehen.
Was mir einst Licht gebracht, wird niemals matt,
es schreibt sich weiter auf ein neues Blatt.
Du bist kein Staub, der sich im Wind verliert –
wer einmal tief berührt, bleibt tief graviert.

Stella Schuhr

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