Ich schweige nun, das Wort verblasst,
die Welt dreht sich wie eh und je.
Ich werfe ab die schwere Last
und spüre, wie ich vorwärts geh.
Nicht jeder Sturm verlangt mein Wort,
nicht jeder Streit ist meine Pflicht.
Ich schicke meine Kräfte fort
zu Orten, wo das Dunkel bricht.
Die Nachricht, die im Leeren steht,
die Mühe, die nur einseitig war,
der Mensch, der wortlos von mir geht –
ich seh es nun ganz kühl und klar.
Ich frage nicht nach dem Warum,
warum das Schicksal Wege biegt.
Die Fragen bleiben heute stumm,
weil darin keine Antwort liegt.
Was ich nicht brach, das heil ich nicht,
ich flicke fremde Scherben nicht.
Manch Mensch war nur ein kurzes Licht,
das heute noch als weise Lehre spricht.
Der Wirbelwind, der mich verwirrt,
bringt keine Klarheit mehr zurück.
Wer blind durch meine Seele irrt,
stiehlt mir ab heute nicht mein Glück.
Ich öffne meine Hände weit
und lasse los, was gehen will.
Es endet nun die schwere Zeit,
in meinem Herzen wird es still.
Was für mich schlägt, das bleibt bei mir,
das sucht den Weg zu meinem Herzen.
Und was verschwindet vor der Tür,
verlässt mich heute ohne Schmerzen.

Stella Schuhr ⭐

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