Es ist nicht Liebe, die dich fesselt, hält,
wenn deine Welt in stumme Scherben bricht.
Es ist die Angst, die dir die Falle stellt,
das leere Zimmer ohne Trost und Licht.
Du fürchtest dich vor Nächten ohne Ton,
vor einer Nähe, die dir ganz entweicht.
Der Zweifel flüstert giftig: „Gehst du schon?
Gibt es wohl je einen Menschen, der ihr gleicht?“
So tarnt die Angst sich kunstvoll als Gefühl,
brennt sich als Sehnsucht in Verstand und Geist.
Es ist ein bitteres, verlorenes Spiel,
weil du dich nur am eigenen Schmerz verschleißt.
Du sagst: „Ich liebe sie doch immer noch“,
und hältst die Lüge wie ein Banner hoch.
Dabei betrügst du dich im Stillen doch,
und fällst in ein unendlich tiefes Loch.
Du suchst die Frau, die einst dein Herz berührte,
die dich im Sturm durch lichte Tage trug.
Doch das Phantom, das dich im Kreise führte,
ist längst ein Schatten und ein Selbstbetrug.
Die Jahre wiegen schwer auf deiner Brust,
das Opfern fällt dir täglich noch schwerer.
Getrieben nur von Stolz und tiefem Frust,
wird deine Welt im Inneren immer leerer.
Der stärkste Mann bricht auf zu neuen Wegen,
wenn er erkennt, was ihm die Kraft entzieht.
Er tritt dem Schatten mutig nun entgegen,
weil er nicht länger vor der Wahrheit flieht.
Das Gehen ist oft kein Liebesmangel, nein,
es heißt, sich selbst im Leben treu zu sein.
Wer sich verliert, um eine Pflicht zu wahren,
geht einsam unter in den Lebensjahren.
Schau in den Spiegel, frag dein jüngeres Ich,
ob dieser Pfad dir noch das Heil verspricht.
Denn erst, wenn du den alten Halt zerbrichst,
erwacht die Seele und das neue Licht.

Stella Schuhr ⭐

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