Ich schweige nun, wenn dunkle Schatten
drohen, erzähle niemandem von meiner Not.
Die Worte, die mein Herz einst hell bewohnten,
verstummen leis, als wären sie schon tot.
Nicht meiner Familie, nicht meinen Freunden
vertraue ich das schwere Dunkel an.
Ich zeige niemandem die tiefen Wunden,
den Schmerz, den ich nicht mehr ertragen kann.
Ich habe gelernt, ganz leise zu weinen,
wenn niemand sieht, wie eine Träne fällt.
Ich wische sie fort, um stark zu erscheinen,
als jemand, der sich mutig entgegenstellt.
Ich stehe auf, als wäre nichts geschehen,
ich trage eine Maske, hell und rein.
Niemand darf sehen, was im Wind verweht
ist, ich lerne, mit dem Sturm allein zu sein.
Ich lache laut, ich rede, ich funktioniere,
ich tue alles, was die Welt verlangt.
Damit ich nicht den letzten Halt verliere,
während die Seele tief im Innern bangt.
Tief in mir ist eine schwere Müdigkeit,
die keine Nacht und kein Schlaf je vertreibt.
Ein mattes Sehnen nach Vergangenheit,
das bleiern auf den müden Gliedern bleibt.
Wie sehr ich auch eine Hand vermisse,
ich melde mich bei niemandem mehr.
Verborgen bleiben meine tiefsten Risse,
das Atmen fällt mir ohne Hilfe schwer.
Es fühlt sich leichter an, nur so zu tun,
als sei die Welt vollkommen unbeschwert.
Doch lässt die Seele mich im Innern nicht
ruhn, weil sie mich eines Besseren belehrt.

Stella Schuhr ⭐

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