Es kommt der Tag, an dem das Hoffen weicht,
an dem dich keine Antwort mehr berührt.
Weil deine Seele still das Ziel erreicht
und sich von alten Banden frei verspürt.
Zu Anfang brennt der Wunsch noch tief in dir,
du suchst nach Zeichen, die das Schweigen
bricht. Das Telefon wird stetig zum Visier,
doch eine Nachricht, nein, sie kommt hier nicht.
Ein Vibrieren lässt dein Herz schneller schlagen,
ein kurzer Blitz, der falsche Hoffnung nährt.
Du bleibst zurück mit all den stummen Fragen,
weil jemand dir die Antwort still verwehrt.
Doch irgendwann, im Lauf der stummen Zeit,
geschieht ein Wunder, leise und ganz still.
Es bricht herein die klare Nüchternheit,
weil dein Verstand das Warten nicht mehr will.
Es ändert sich im Außen gar kein Stück,
der andere Mensch bleibt fern und stumm.
Doch in dir selbst kehrt nun die Kraft zurück,
du fragst nicht länger nach dem Wie und Warum.
Die Fantasie stellt ihre Arbeit ein,
du baust dir keine fernen Welten mehr.
Du musst nicht länger der Gefangene sein
in einem Meer aus Sehnsucht, taub und leer.
Du siehst die Funkstille als großes Gut, als
ein Geschenk, das dir die Wahrheit schenkt.
Sie fordert zwar am Anfang etwas Mut,
doch ist es sie, die deinen Blick nun lenkt.
Sie zeigt dir klar, wer kampflos dich verlor,
wer nie bereit war, je für dich zu stehen.
Du trittst befreit aus diesem dunklen Tor,
bereit, nun deinen eignen Weg zu gehen.

Stella Schuhr ⭐

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