Ein Duft von Blüten wiegt sich sanft im Wind,
wo reife Orangen in der Sonne glühen.
Mein Sehnen zieht dorthin, wo Träume sind,
wo goldne Zitronen an den Hängen blühen.
Ein tuckernd Boot zieht Spuren durch das Blau,
vom fernen Ruf der Möwen sanft begleitet.
Sie kreisen frei in heller Morgenschau,
als ob ihr Flug den ganzen Himmel weitet.
Sie sehn die Welt aus einer andern Sicht,
wo helles Lachen durch die Gassen klingt.
Ich sehne mich nach diesem warmen Licht,
das selbst in stille Herzen Wärme bringt.
Dolce Vita raunt das Meer im Abendwind,
und jede schwere, dunkle Last vergeht.
Weil Menschen dort mit offnen Herzen sind,
spür ich, wie Liebe durch das Leben weht.
Die Sonne sinkt, ein sanftes Rot erwacht,
das Meer erzittert leis im letzten Schein.
Nun weicht des Tages Glut der lauen Nacht,
ich fühle tief: Hier darf ich glücklich sein.
Kein Schatten mehr, der meine Seele quält,
der Blick schweift frei hinaus ins Sternenmeer.
Ich weiß, dass jeder Augenblick nun zählt,
mein Herz ist frei, mein Geist ist nicht mehr schwer.
Ich weiß, dass ich an jenem Ufer steh,
an einem Tag, der alle Sehnsucht stillt.
Vorbei ist dann das alte, tiefe Weh,
weil sich mein Traum von Heimat dort erfüllt.
Ich schaue aufs Meer, seh sanfte Wellen gehn,
und spüre tief: Hier bin ich nun zu Haus.
Hier wird man mich erkennen und verstehn,
mein Herz ruht sich im ersehnten Glücke aus.

Stella Schuhr ⭐

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