Es gab eine Zeit, da erfand ich mich klein, ich
dimmte mein Licht und erstickte den Schein. Ich
zog mich zurück in ein blasses Gewand, damit
Neid und Missgunst mein Feuer nicht fanden.
Ich sprach nur noch leise, trat leise hervor,
verlor meine Stimme im fremden Chor.
Ich überließ anderen Bühne und Platz,
aus Liebe, aus Schutz vor dem giftigen Satz.
Ich glaubte, die Stille sei Klugheit und Recht,
doch bauten sie daraus ein Urteil so schlecht.
Sie sahen nur Schwäche, wo Sanftmut regierte,
weil meine Zurückhaltung sie nur verführte.
Ich trug fremde Lasten und lief für sie weit,
gab anderen Liebe, Ergebenheit, Zeit.
Vergaß mich im Helfen, verschwendete Kraft,
hab nur für das Wohlsein der andern geschafft.
Ich schonte mich nie, war im Dauerbetrieb,
bis von meiner eigenen Kraft nichts mehr blieb.
Ich maß meinen Wert nur am stummen Verzicht –
doch damit ist Schluss, ab heute zählt das nicht.
Die Zeit, die ich schenkte, gehört wieder mir,
ich öffne der Achtsamkeit mutig die Tür.
Ich atme tief ein, schau auf mich und mein
Glück, und hole mir jeden Moment jetzt zurück!
Denn diese Geschichte ist endgültig um, ich
stehe im Schatten nicht länger mehr stumm!
Heut ist meine Stärke mein hellstes Gesicht,
mein mutiges Strahlen, das Mauern zerbricht.
Ich stehe im Jetzt, mit Facetten und Pracht,
hab mein inneres Feuer zum Leben erwacht.
Mein Herz auf der Zunge, die Wahrheit im Blick,
ich weiche vor niemandem jemals zurück.
Ich kleide mich frei, wie es mir nur gefällt,
als stolze Gestalt in der eigenen Welt.
Kein Biegen, kein Brechen, kein falsches
Gesicht: Ich stehe aufrecht – und ich im Licht!

Dana Stella Schuhr

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