Sie bog sich weich, um nicht zu brechen,
erkaufte Nähe durch Verzicht, verbot
dem Mund, das Wahre zu sprechen,
und trug im Sturm ein fremdes Gesicht.
Sie lächelte noch im tiefsten Schmerz,
um ja den Frieden nicht zu stören,
und opferte leise ihr eigenes Herz,
nur um im Außen dazuzugehören.
Doch tief im Schatten, im seelischen Grund,
erwachte das Kind aus dem eisigen Schlaf.
Es heilte der stumme, zerrissene Mund,
der sich so oft für die Anpassung straf.
Vorbei ist das Jagen im blendenden Schein, das
laute Performen in männlicher Pflicht. Sie will
nicht mehr größer und sichtbarer sein – sie
sucht nur noch Wahrheit, Gesundheit und Licht.
Sie trägt nicht mehr Lasten, die andere säten,
nur weil ihre Schulter die Schwere erträgt.
Sie wählt nun bewusst in den eigenen Beeten,
was reifen darf und was sie im Inneren prägt.
Kein langes Erklären für Stille und Raum,
kein Bitten um Pause, die ihr doch gehört.
Sie lebt ihren eigenen, sehnlichsten Traum,
von fremden Erwartungen ungestört.
Die Maske zerbricht, die Projektion flieht,
die weibliche Kraft bricht sich mutig die
Bahn. Ein neues, zutiefst authentisches
Lied heilt nun den alten, verletzten Wahn.
Aus eigener Tiefe bricht nun die Kraft,
die keine Erlaubnis im Außen mehr fleht.
Sie ist die Königin, die sich erschafft, weil
sie erhobenen Hauptes im Sturme steht.

Dana Stella Schuhr

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