Exil der Masken

1 Minute

Der Wind jagt dich durch Hallen ohne Spiegel,
ein stummes Echo fordert deine Pflicht.
Du brichst des eigenen Brunnens Siegel
und suchst im Staub nach fremdem Licht.

Im Dunkeln thront der unerbittliche Richter,
er wiegt dein Sein in leerem Golde auf.
Es löschen sich die inneren Gesichter,
im Hamsterrad der Zeit, im Weltenlauf.

„Nur noch ein Thron, die nächste kalte Krone,
dann schweigt der Wolf“, so raunt der alte Geist.
Doch auf dem Gipfel sitzt die Leere ohne
das Fundament, das dich im Innern speist.

Du wirfst dein Bild auf fremde, blinde Scheiben, verkleidest deine Wunde als Gewinn. Um
im Exil der Masken zu verbleiben, gibst
du die eigene Wahrheit blindlings hin.

Ein alter Schmerz webt Netze in den Tiefen,
ein kindliches Weinen, das die Lasten trägt.
Weil damals Stimmen nach dem Sklaven riefen,
hat sich das Muster tief ins Fleisch geprägt.

Der Geist baut Dämme gegen wilde Fluten,
die Angst, dass der Palast aus Sand zerfällt.
Und während im Verborgenen Feuer bluten,
fliehst du ins Morgen, das dich gefangen hält.

Doch Zukunft ist ein Schwan aus Nebel-
schwaden, er singt von Heilung, die er nie
gebärt. Du webst den ewigen Ariadnefaden,
der dich nur tiefer in das Labyrinth erfährt.

Nun schweigt der Sturm. Die Nebelwände
weichen. Der müde Läufer sinkt im Moos zur Ruh.
Kein fremdes Urteil muss dich mehr erreichen,
du schließt das Buch und hörst dem Herzen zu.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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