Ein Ring am Finger, ein Versprechen schwer,
wiegt oft für eine Frau als Last so sehr.
Sie fängt die Tränen, baut das Nest so warm,
und trägt die Welt auf ihrem müden Arm.
Der Mann gedeiht im Schutz von ihrer Kraft,
die still und leise Raum für ihn erschafft.
Er blüht im Alltag, den sie schweigend lenkt,
während sie sich im Dienst der Ehe schenkt.
Sie managt Kinder, Haushalt und Beruf,
vergisst die Träume, die sie einst erschuf.
Die Einsamkeit zu zweit ist bitterkalt, wenn
kein Gefühl, kein Wort im Raum mehr hallt.
Wie anders lebt die freie Frau allein! Sie lässt
den hellsten Stern am Himmel schein’n.
Kein Kompromiss, der ihr die Seele bricht,
sie geht den eigenen Weg im eignen Licht.
Sie feiert ihre Unabhängigkeit, die Selbst-
bestimmung und die freie Zeit. Muss sich
für niemanden mehr hinten anstell’n,
darf ihre Welt nach eignen Farben wählen.
Doch Glück beginnt nicht erst beim Trauschein-
Druck, noch endet es im herben Beziehungsfluch.
Es keimt dort auf, wo Masken endlich fall’n, und
wir den Mut zur Selbstliebe begreif’n von all’n.
Doch bricht der Blick durch diesen alten Schmerz, erkennt der Mann vielleicht ihr wahres Herz.
Wenn Partnerschaft auf Augenhöhe weilt,
und man die Lasten fortan ehrlich teilt…
dann schwindet Neid, dann schwindet stumme
Wut, und Liebe fordert keinen Opfermut. Wer sich
selbst wählt, kann auch den andern seh’n –um frei,
doch Hand in Hand, denselben Weg zu geh’n.

Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar