Ein schönes Wort ist schnell geliehen,
im hellen Licht der fremden Pracht,
wo bunte Rollen Masken ziehen,
und man für Applaus ein Lächeln macht.
Auch gute Taten sind oft Bühnen,
auf denen eitle Sehnsucht brennt,
um sich vor Fremden zu versöhnen,
die man beim Namen kaum benennt.
Doch wenn der Vorhang endlich fällt,
und niemand mehr Bewunderung zollt,
zeigt sich, was diese Seele hält,
wenn kein Applaus mehr leise rollt.
Es ist der Raum, den du erschaffst,
im Kreis derer, die dich täglich sehn,
die Atmosphäre, die du schaffst,
wenn alle Masken untergehn.
Bist du der Sturm im eignen Haus?
Die Kälte, die das Liebste bricht?
Gibtst du nur draußen Liebe aus,
und drinnen löschst du sanft das Licht?
Denn keine Maske hält die Dauer,
kein Schauspiel zwingt den Raum zur
Ruh‘. Durch jede Ritze, jede Mauer,
bricht deine Energie auf dich zu.
Das wahre Wesen webt im Leisen,
nicht dort, wo man zu glänzen mag.
Es zeigt sich auf den engsten Kreisen:
Wer bist du am normalen Tag?
So steht der Mensch in seinem Spiegel,
ertappt von der Verstellung Schein, und
bricht der Selbsttäuschung das Siegel:
Es reicht nicht mehr, nur Schein zu sein.
Die Wahrheit schmerzt sehr, wenn
wir erkennen, wie oft das Außen uns
regiert, wie oft wir uns von denen
trennen, die uns am tiefsten unberührt.
Doch Heilung wohnt im lichten Willen,
das Herz im Alltag neu zu weihn,
den engsten Kreis mit Trost zu stillen,
und Heimat für sich selbst zu sein.

Dana Stella Schuhr

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