Das Lied des inneren Kosmos

2 Minuten

Wir sind weit mehr als Fleisch und feine Sehnen,
mehr als ein Skelett, das uns durchs Leben trägt,
mehr als ein Puls in stummen Alltagsszenen,
und mehr als Blut, das durch die Adern schlägt.

In jedem schläft ein ganzes Universum, ein
Raum aus Licht und Schatten, tief und weit,
ein stummes, dicht gewobenes Mysterium
aus Geist und Herz, aus Ego und aus Zeit.

Da ist das Herz, das ohne Logik brennt,
das lautlos weint, verzeiht und heftig liebt,
das keine Grenzen und Gesetze kennt und
doch im Schmerz die reinste Wahrheit gibt.

Es spricht im Flüstern, zart wie Sommerwind,
man hört es nur, wenn man im Lärm verweilt
und still wird wie ein tief versunkenes Kind,
das seine Träume mit den Sternen teilt.

Doch oft bricht laut der Verstand herein,
der plant, berechnet, ordnet und analysiert.
Er sucht nach Sicherheit im fahlen Schein,
weil er im Chaos seine Macht verliert.

Er baut Gehege, fragt nach Zweck und Grund,
bezweifelt, was er nicht begreifen kann,
und macht mit lautem Ruf den Zweifel
kund, zieht Herz und Seele in den Bann.

Daneben steht das Ego, stolz und bang,
das sich beharrlich von der Welt trennt,
das kämpfen will um Macht und Vorrang,
und jeden Kontrollverlust als Feind benennt.

Es fürchtet Schwäche, flieht vor Verletzlich-
keit, und glaubt im Irrtum, dass es alles sei –
dabei ist es im Strom der Ewigkeit nur
ein Fragment, ein Schrei im Vorbeigang.

Doch ganz im Tiefsten, wo die Stille wohnt,
ruht unsre Seele, unberührt und rein. Sie
fragt nach keinem Thron, auf dem man thront,
sie will nicht Hab und Gut, sie will nur Sein.

Sie kennt kein Hasten und besitzt kein Gut,
ihre Wahrheit liegt jenseits aller Worte.
Wer ihr begegnet, schöpft den tiefen Mut:
Der Schatz war da – an jedem Lebensorte.

So sind wir selbst kein starrer Widerspruch,
wir sind ein Tanz, ein ewiges Gewebe, ein ungeschriebenes, geheimnisvolles Buch,
damit der Mensch in all den Schichten lebe.

Es gilt nicht, einen Teil im Geist zu brechen,
Kein Element wird in den Bann getan. Wir
müssen lernen, mit den Teilen zu sprechen,
bis sie im Einklang singen, irgendwann.

So reicht der Geist dem Herzen sanft die
Hand, das Ego legt die alten Waffen nieder,
die Seele webt ein neues, helles Band und
singt für uns die längst vergessnen Lieder.

Im Einklang schwindet jeder innere Streit,
wir sind das Licht, das durch die Schatten
bricht,ein Atemzug im Strom der Ewigkeit –
vollkommen ganz im eigenen Gedicht.

Dana Stella Schuhr ⭐

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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