Dein Lippenhauch – ein nie erreichtes Ufer,
deine Hand – ein warmer Strom auf kalter Haut.
Ich rufe deinen Namen wie ein Schiffbruch-Rufer,
der stumm in die geschwollne Brandung schaut.
Dein Blick liegt tief im Nebel grauer Meere,
kein Leuchtturm führt mich mehr zu dir zurück.
Doch durch die kalte, sternenlose Leerezieht
deine Seele mich noch Stück für Stück.
Du zogst mein Herz hinab in deine Tiefen,
nun treibe ich im Wellengang der Zeit.
Wo weilst du, während unsre Geister riefen?
Siehst du dieselbe Sternen-Einsamkeit?
Ich sank im Sturm, weil du die Flucht erlesen,
mein Rufen ging im Meeresrauschen unter.
Was einst ein Schwur der Ewigkeit gewesen,
schwemmt nun das Salz als Treibholz tief hinunter.
Die Worte sind wie Schaum im Wind zerronnen, ertrunken ist der Zeilen weite Flut. Dein Bild
blieb mir als einziger Stern versonnen,
der einsam auf dem Handy-Display ruht.
Der Chat gelöscht, wie Spuren im Korallen-
strand,die jede neue Welle sachte bricht.
Warum brennt dieses Feuer ungebannt,
wenn selbst mein Herz im tiefen Meer erlischt?
Das Herz ist wie das Meer, es kennt kein Zügeln,
es wählt den Sturm und fragt nicht nach dem
Sinn. Es spiegelt Sterne auf den Wellenflügeln
und gibt sich blind der Flut des Schicksals hin.
Es bricht den Geist, wenn man am Ufer stehend
das Unabwendbare ertragen muss: Den Wind
der Sehnsucht, der im Kreise wehend,
uns trennt mit einem letzten, stummen Kuss.

Dana Stella Schuhr

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