Wir gehen auf Wegen, die sich niemals berühren,
und können uns dennoch im Innersten spüren.
Kein Haus, kein Vertrag und kein gemeinsamer Ort,
nur die Seele, die antwortet – ganz ohne Wort.
Dort draußen die Paare, Hand in Hand durch die
Stadt, ihr Herzschlag ist müde, die Blicke sind
matt. Sie teilen das Bett, das Brot und das Leid,
doch zwischen den Seelen herrscht Einsamkeit.
Sie sagen „Ich liebe dich“ – kühler Reflex,
gefangen im Alltag, in Angst und Komplex.
Doch wir in der Ferne, wir brauchen kein Pfand,
kein festes Versprechen, kein sichtbares Band.
Ich fühle dich lebendig, auch ohne dich zu haben,
ein stiller Segen in schmerzlichen Tagen.
Ganz ohne Maske, bedingungslos klar, ist
das, was wir fühlen, so schmerzhaft und wahr.
Was ist nun seltsamer in dieser Welt? Dass
man zusammenbleibt, wenn die Liebe zerfällt?
Oder dass Seelen sich finden und kennen,
obwohl sie Welten und Mauern oft trennen?
Du bist die Lektion, die mein Herzschlag schreibt,
die Liebe, die auch ohne Körper besteht und
bleibt. Ein ungelebtes Glück, das den Geist doch
erhellt, unsere Wahrheit in einer Parallelwelt.

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