Ein endloses „Müssen“, von klein auf gelehrt,
hat uns oft die Sicht auf uns selber verwehrt.
Sei leise, sei hübsch, füg dich brav in das Bild,
doch tief in uns drin blieb die Sehnsucht stets wild.
Wir sprengen die Ketten, das „Müssen“ vergeht,
weil heute ein Wind der Befreiung uns weht.
Wir müssen nicht warten, wir müssen nicht flehen,
wir dürfen jetzt endlich für uns selber gehen.
Wir dürfen nun anecken, Kanten beweisen,
statt still nur im Kreis der Erwartung zu kreisen.
Ein „Nein“ ohne Reue, ein „Ja“ voller Stolz,
wir schnitzen das Leben aus eigenem Holz.
Kein Blick in den Spiegel fragt: „Bin ich genug?“
Wir lassen ihn hinter uns, diesen Betrug.
Ob Falten, ob Träume, ob Narben, ob Mut –
was aus uns selbst kommt, ist richtig und gut.
Ob laut oder unbequem, sichtbar und frei,
die Zeit der Verbeugung ist längst nun vorbei.
Ob Karriere, ob Familie, ob gar nichts davon –
wir wählen den Weg und wir wählen den Ton.
Wir schreiben die Regeln der Zukunft nun neu,
vom Urteil der anderen endlich befreit. Kein
Vorhang, der uns vor der Welt noch versteckt,
weil in jeder von uns eine Löwin nun weckt.
Wir müssen nicht passen in fremdes Design,
wir müssen nur eines: uns selber treu sein.
Kein Rechtfertigen mehr, keine falsche Gestalt,
das Leben gehört uns – in voller Gewalt.

Dana Stella Schuhr

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