Jahrelang nur funktioniert,
getragen und die Last gespürt.
Den Tag geplant, die Nacht so schwer,
das innere Haus blieb lange leer.
Gefühle wurden stumm vertagt,
kein Wunsch, der aus dem Schatten ragt.
Doch dann – ein Atemzug, ganz tief,
als ob ein Teil in ihr erwachte, der tief schlief.
Ein Gedanke, der im Geiste weilt:
„Ich bin noch da, auch unerteilt.“
Nicht nur als Stütze, nicht als Wand,
ein eigner Raum in ihrer Hand.
Zu leben heißt nun: sich zu spüren,
die Ruhe zärtlich zu berühren.
Kein Luxus ist sie, sondern Recht,
kein Verrat am Alten, nicht mehr Knecht.
Die Grenze ist kein kalter Stein,
sie lässt sie selbst erst bei sich sein.
Die Farben leuchten, Klänge beben,
ein vorsichtiges Lachen darf es geben.
Aus kleinen Wünschen wird ein Plan,
sie nimmt ihr eignes Schicksal an.
Und still, wie ein verborgner Fluss,
wächst das Vertrauen, der Entschluss.
Es ist kein Sturm, kein lauter Schrei,
doch bricht sie alte Ketten frei.
Kein Opfer mehr für fremdes Glück,
sie kehrt zu ihrer Quell‘ zurück.
Aus Fülle fließen, statt zu rauben,
sie lernt, an ihre Kraft zu glauben.
Es ist kein Neubeginn, kein ferner Ort,
kein flüchtiges und fremdes Wort.
Es ist das Ende aller Pein:
Ein kraftvolles Heimkommen –
ins eigne Sein.

Dana Stella Schuhr

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