Es führt ein Weg durch tiefes Land,
wo Nebel grau die Sicht verdeckt,
wo mancher nur noch Schatten fand
und sich die Angst im Herzen reckt.
Man sagt, man müsse abwärts gehen,
um auf der and’ren Höh’ zu steh’n. Doch
während du den Pfad beschreitest,
wächst still ein Wissen in dir an,
das du im Geiste mit dir leitest:
Dass Schmerz nur der verstehen kann,
der selbst den Staub der tiefen Wege
auf seiner Haut und Seele trage.
Erst als dein Blick den meinen fand,
geschah, was vorher fremd erschien:
Wir reichten uns die müde Hand,
um nicht mehr flüchtig zu entflieh’n.
Dein Tal öffnete dir die Sicht für meine
Nacht, für mein Gewicht. So wandern
wir nicht mehr allein, auch wenn der
Weg noch weit und schwer.
Im Schmerz kann uns ein Trost gedeih’n,
ein Lichtlein auf dem Sternenmeer. Denn
wer gemeinsam durch das Dunkel geht,
weiß nun, dass man sich blind versteht.

Dana Stella Schuhr

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