Die Stunden rennen, der Takt ist laut,
wir haben geschuftet und gebaut. Die
Liste hakt die Pflichten ab, so halten
wir uns ständig selbst auf Trab.
Doch während wir so emsig eilen,-
vergaßen wir, kurz zu verweilen. War
da ein Leben zwischen den Taten? Oder
nur Pläne und Warteschleifen-Raten?
Wann floss das Sein durch unser Blut,
statt nur zu tun, was man eben tut?
Wenn wir im „Müssen“ uns verlieren,
beginnt die Seele einzufrieren.
Leg weg das Licht aus Glas und Stahl,
triff für den Augenblick die Wahl.
Hör in dich rein, was dort erklingt,
wenn keine Pflicht die Ruhe zwingt.
Ein tiefer Atem, ein Moment, der
keine fremden Uhren kennt. Nicht
was wir schaffen, zählt am Ende,
nicht wie viel Arbeit leisten Hände.
Es ist der Glanz im Hier und Jetzt,
der uns das wahre Sein ersetzt.
Bewahr das Leichte stets tief in dir,
denn Leben, das geschieht nur hier.

Dana Stella Schuhr

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