„Nicht jede Sehung, die mich erreichte, trug die Schwere eines Abschieds in sich. Es gab auch jene Momente, in denen die geistige Welt mir mit einem Augenzwinkern begegnete und die Freude am Leben feierte. Ich war etwa 39 Jahre alt, als Freunde uns besuchten. Sie wussten, dass ich die Tarotkarten befragte, wenn der Moment stimmte. An diesem Tag waren sie voller Aufregung: Sie hatten sich für ein Ferienhaus am Mittelrhein beworben und baten mich, in die Karten zu schauen.Ich nahm die Karten in die Hand, doch noch bevor ich die erste umdrehen konnte, lief der Film in mir bereits ab. Ich sah glasklar: Das erste Haus würden sie nicht bekommen. Aber ein zweites Angebot würde kommen – ein Mittelreihenhaus mit einem viel größeren Grundstück und einer erstaunlich günstigen Miete. Und genau so geschah es.Wenig später, als sie bereits in ihrem neuen Heim lebten, besuchten wir sie dort. Sie überlegten, eine Wand zwischen dem Wohnzimmer und dem angrenzenden
Raum einzureißen, um mehr Platz zu schaffen. Wieder baten sie mich, die Karten zu legen.Doch noch während ich mischte, sah ich etwas ganz anderes vor meinem geistigen Auge: Ein winziges, helles Wesen mit einer Windel, das vergnügt durch genau diesen Raum krabbelte. Der Mann unserer Freundin lachte und fragte skeptisch: ‚Könnte das krabbelnde Wesen nicht auch ein Hund sein?‘ Ich sah noch einmal genau hin und musste schmunzeln: ‚Ein Hund mit Windel und dem Gesicht eines Babys? Nein, ganz sicher nicht!‘Wir lachten alle gemeinsam, doch die Botschaft war gesetzt: Ich sagte ihnen, dass sie schwanger waren. Und nicht nur das – ich sah, dass später auch noch ein Hund zur Familie stoßen würde. Es kam alles exakt so, wie ich es empfangen hatte. Diese Erlebnisse waren wie eine Belohnung für meine Seele. Sie zeigten mir, dass meine Gabe nicht nur ein Wächter am Ende des Lebens war, sondern auch eine Botin für den Anfang. Sie lehrte mich, dass das Leben fließt, sich erneuert und dass hinter jeder Kurve ein kleines Wunder warten kann, wenn wir bereit sind, den Raum dafür zu öffnen.“
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