Vier Jahrzehnte im gewohnten Trott,
das Herz ein wenig eingerostet.
Er sprach von Liebe, groß und Gott,
doch scheut er das, was Mut ihn kostet.
Die „Traumfrau“ war ein schönes Bild,
solange man nur davon schreibt.
Doch als die Sehnsucht wurde wild,
ist nur das Schweigen ihm geblieben.
Zwei Welten drückten viel zu schwer,
die alte Pflicht, die neue Leidenschaft.
Er gab kein Wort, kein Zeichen mehr,
ihm fehlte für die Tat die Kraft.
Er hat die Träume zwar besungen,
doch nie den Aufbruch echt gewagt.
An alte Pflichten fest geschlungen,
hat er das Leben sich versagt.
Wo ist es geblieben, dass ich werde
dich für immer lieben. Du bist die
Frau meines Lebens unsere Träume
vom Süden sind nicht vergebens
Die Angst vor der eignen Courage,
sie zieht ihn stumm ins Glied zurück.
Nur Worte waren die Camouflage
für ein verpasstes, neues Glück.
Er blockt sie nicht, aus purer Scheu,
schiebt weg von sich die letzte Last.
Er bleibt sich selbst doch niemals treu,
in seiner Feigheit fest verhasst.
Doch sie bleibt stark, sie schreibt ihm
nicht, sie wahrt die Grenze, zieht den
Strich. Das Schweigen ist sein wahres
Licht: Er reicht als Mann einfach nicht!
Für die Frau, die ihren Wert nicht länger
an seinem Schweigen misst. Möge dieses
Gedicht dich daran erinnern, dass deine
Stärke dort beginnt, wo seine Worte endeten.

Dana Stella Schuhr
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