(Komm zur Ruhe. Schließe die Augen.
Atme tief ein… und aus.) – Du
stehst im Licht, noch hell und grell,
erwartest Schläge, hart und schnell.

Doch spüre nun, wie alles weicht,
die Milde wird auf einmal leicht.
Statt der Faust, die dich zerbricht,
fällt Sanftheit warm auf dein Gesicht.

Du wirst gehalten, tief und fest,
was schwer war, dich nun ziehen lässt.
(Atme tief ein… lass das Gestern los…)
„Ihr seid so grausam“, flüsterst du…

und findest endlich deine Ruh.
Am Ziel der Reise, dunkel und weit,
beginnt für dich die neue Zeit. Denn
wer die Einsamkeit nicht scheut…

ist für das Leben erst geweiht. Im
tiefen Schacht, im Labyrinth,
erfährst du, wer wir wirklich sind.
(Spüre die Stille in dir…)

Man lernt im Dunkel, in der Nacht,
was uns als Mensch erst gütig macht.
Hüte das Feuer, das in dir brennt,
bevor die Stille dich ganz trennt.

Wer durch diese Schule geht, ist der,
der Menschsein erst versteht. (Lege
nun beide Hände sanft auf dein Herz…)
Versiegle die Erfahrung nun in dir…

du bist ganz sicher, du bist hier.
Sprich mir nach – leise oder im Geist:
„Ich fürchte das Dunkel nicht mehr.
Ich habe gelernt, mein Feuer zu hüten.

Ich lasse den Widerstand los. Ich
empfange die Milde, die mir zusteht.
Alles, was war, ist vergeben. Ich bin
hier. Ich bin ganz. Ich bin Mensch.“

Dana Stella Schuhr

Beitrag teilen
Avatar von Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert