Das neue Ganze

Mein Herz lag einst in tausend Scherben,
die Welt war grau, die Hoffnung leer
Ich dachte, an dem Schmerz zu
sterben, als gäb es kein „Danach“ mehr.

Doch Teil für Teil hat sich gefunden,
versetzt, verschoben, neu gefügt.
Vernarbt sind heute jene Wunden,
die Luft, die ich nun atme, lügt.

Das Reißen ist zum Stich geworden,
ein kurzer Gruß an das, was war. Kein
Sturmwind mehr aus kalten Norden,
nur ein Erinnern, still und klar.

Ich lass das Sehnen bei mir landen,
wenn es an meine Türe klopft.
Es wirkt jetzt rastlos, abhanden,
wie ein Gefühl, das leise tropft.

Ich fürchte fast das Fernbleiben, das
Schweigen, wenn kein Stich mehr stört.
Wird das Vergessen mich entleiben?
Ist’s die Erinn’rung, die aufhört?

Ein Rest von Liebe im Vergehen, ein
Abschied, den ich scheu betrachte. Doch
noch lässt mich der Stich verstehen,
was uns einst so lebendig machte.

Dana Stella Schuhr

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