Der eigene Kern

Ich höre das Echo in fremden Räumen –
ein müdes Flüstern, ein bloßes Versäumen.
Sie teilen das Bett, doch die Seelen sind weit,
gefangen in Netzen aus Gewohnheit und Zeit.

Doch meine Stille ist kein Verzicht, sie
trägt mein eigenes, ruhiges Licht. Kein
Spiegel im Außen, kein fremder Blick,
holt mir den Wert meiner Seele zurück.

Ich schlafe allein, im Frieden der Nacht,
die Wärme in mir ist es, die mich bewacht.
Warum nach der flachen Liebe noch greifen,
wenn innen die tiefsten Ströme schon reifen?

Kein Suchen, kein Drängen, auch kein fremdes
Gebot, ich bin mir selbst Anker in Ebbe und Not.
Denn wer in sich selbst das Ganze schon fand,
geht sicher und frei durch das einsamste Land.

Dana Stella Schuhr

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